Zehn Jahre Bitcoin: Ein neuer Streit über Datenstorage auf der Blockchain

"Diskussion um die Zukunft von Bitcoin: Streit um Datenlimits droht, die Identität der Kryptowährung zu verändern"


Auf Einen Blick


Die Diskussion um die Datenhandhabung auf der Bitcoin-Blockchain entzündet sich erneut, nachdem ein Vorschlag zur Lockerung der bestehenden Limits auf heftigem Widerstand stößt. Der Vorschlag kommt von Entwickler Peter Todd und zielt darauf ab, die seit langem bestehende 80-Byte-Grenze für die OP_RETURN-Funktion aufzuheben. Diese Funktion ermöglicht es, kleine Datenmengen an Transaktionen anzuhängen, häufig genutzt für Notizen oder digitale Aufzeichnungen.

Warum es wichtig ist

Der Konflikt ist wichtig, da er nicht nur die technische Entwicklung der Blockchain, sondern auch deren Zukunft als digitales Zahlungssystem beeinflussen könnte. Ein zentraler Aspekt des Vorschlags ist die Überlegung, dass viele Benutzer bereits die bestehenden Grenzen umgehen, indem sie Taproot-Transaktionen verwenden, um Informationen dort zu verstecken, wo sie nicht einfach erkennbar sind. Hierbei werden Daten in Teile der Transaktion integriert, die eigentlich für kryptografische Signaturen gedacht sind – ein Prozess, hinter dem auch die Technologie von Ordinals und Inscriptions steht.

Bedenken von Kritikern

Luke Dashjr, ein Bitcoin Core-Entwickler und Kritiker von Ordinals, beschreibt den Vorschlag als „vollkommene Verrücktheit“. Er warnt davor, dass eine Lockerung der Datenbeschränkungen die Grundlage von Bitcoins finanziellen Zielen gefährden könnte. Der Fokus auf Datenübertragungen könnte möglicherweise die Sicherheit und Fungibilität der Blockchain negativ beeinflussen, was sie für illegale Inhalte anfällig gemacht werden könnte. Ein Beispiel für diese potenziellen Gefahren ist das kürzliche Experiment, bei dem eine komplette Nintendo 64-Emulator-Datei in die Blockchain geschrieben wurde, was möglicherweise rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Unterstützer der Veränderung

Auf der anderen Seite argumentieren Befürworter wie Pieter Wuille und Sjors Provoost, dass eine Lockerung der OP_RETURN-Beschränkungen sogar langfristig zur Reduzierung des UTXO-Baul (unspent transaction output) beitragen könnte. UTXO-Baul bezeichnet die vermehrte Belastung der Blockchain, die auftritt, wenn zahlreiche nicht-finanzielle Transaktionen die Leistung des Netzwerks beeinträchtigen.

Die Diskussion zeigt, dass die Technologielandschaft von Bitcoin weitreichenden und komplexen Veränderungen unterworfen ist. Trotz der hitzigen Debatte bleibt der Vorschlag vorerst in der Evaluationsphase, während die Entwicklergemeinschaft die potenziellen Auswirkungen auf die Identität und Zukunft von Bitcoin weiter erforscht.

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