Makroökonomische Einflüsse auf Bitcoin
Aktuell stehen die Finanzmärkte weltweit vor einem bedeutenden Wandel. In den nächsten sechs Wochen könnten sich Hunderte Milliarden US-Dollar aus dem Markt zurückziehen, was heftige Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen, einschließlich Bitcoin, zur Folge haben könnte. Ein zentraler Aspekt dieser Entwicklung ist die Nettoliquidität.
Rollen der Nettoliquidität im Finanzsystem
Die Nettoliquidität, ein wichtiger Indikator für die Verfügbarkeit von Geld in einem Wirtschaftssystem, setzt sich aus der Bilanz der US-Notenbank (Fed), dem Treasury General Account (TGA) – dem Konto der US-Regierung – und der sogenannten Reverse-Repo-Fazilität zusammen. Diese Variablen sind entscheidend, um die finanzielle Gesundheit von Märkten zu beurteilen. Aktuell steht die Reverse Repo Facility faktisch auf null, was bedeutet, dass der Mechanismus, der in den letzten Jahren Stabilität gebracht hat, weggefallen ist.
Folgen der Steuerpflichten auf den Markt
Eine besondere Herausforderung stellt die bevorstehende Steuerzeit in den USA dar, die von Mitte März bis Mitte April dauert. In dieser Zeit fließen traditionell Milliarden in das TGA-Konto, was die Liquidität im Finanzsystem zusätzlich belastet. Jeder Dollar, der in das TGA fließt, wird direkt aus dem Bankensystem abgezogen, was einen negativen Effekt auf Risikoanlagen wie Bitcoin hat.
Hinzu kommt eine neue Regelung zur Besteuerung von Kryptowährungen, die am 19. März in Kraft tritt. Aktien und Kryptobörsen sind verpflichtet, Transaktionen an die Steuerbehörden zu melden. Diese neuen Anforderungen könnten dazu führen, dass Anleger ihre Bitcoin verkaufen müssen, um fällige Steuern zu begleichen.
Prognosen und mögliche Erholung
Angesichts der gegenwärtigen Umstände ist zu erwarten, dass die Nettoliquidität bis Mitte April weiter sinkt. Das TGA könnte in dieser Zeit über eine Billion US-Dollar erreichen. Diese Entwicklung würde die Bankreserven belasten und somit auch die allgemeinen Marktbedingungen verschärfen.
Allerdings könnte sich die Situation ab dem 15. April ändern, wenn die Regierung beginnt, die im TGA verwalteten Mittel wieder in Umlauf zu bringen. Zudem tritt ab dem 1. April eine Regelung in Kraft, die es Banken erleichtert, US-Staatsanleihen zu halten. Historisch gesehen zeigt das zweite Quartal oft eine Erholung, auch für Bitcoin und wachstumsstarke Technologiewerte.
Bitcoin im Kontext der globalen Geldströme
Das Verhalten des Bitcoin-Kurses ist nicht isoliert zu betrachten. Er zeigt hohe Korrelationen mit den Bewegungen im Nasdaq und S&P 500. Diese Informationen vermitteln, dass der Rückgang von Bitcoin weniger ein Zeichen für einen Marktcrash ist, sondern einen wiederkehrenden wirtschaftlichen Mechanismus darstellt, der durch spezifische Faktoren wie die aktuelle Liquiditätslage, neue steuerliche Regelungen und regulatorische Maßnahmen verstärkt wird.
Fazit: Die Herausforderung der Liquidität
Der drohende Liquiditätsschock im März bringt erhebliche Risiken für Bitcoin mit sich. Zu beobachten wird sein, ob der Markt bereit ist, sich nach den durch Steuerzahlungen und regulatorischen Veränderungen ausgelösten Turbulenzen zu stabilisieren. Das Bild bleibt angespannt, und der weitere Verlauf der Nettoliquidität wird entscheidend sein, um zu erkennen, ob Bitcoin kurz vor einer Wende steht oder sich weiter unter Druck befindet.
