Auf Einen Blick
- David Duong von Coinbase warnt vor den Risiken der Quantencomputing-Technologie für Bitcoin.
- Quantencomputer könnten die kryptografische Sicherheit von Bitcoin gefährden und dessen ökonomisches Modell stören.
- Die Debatte über die Bedrohung durch Quantencomputing ist unter Experten gespalten.
Die Bedrohung durch Quantencomputing
David Duong, der Leiter der Investitionsforschung bei Coinbase, weist darauf hin, dass Fortschritte im Bereich des Quantencomputings nicht nur die Sicherheit von Bitcoin-Wallets gefährden, sondern auch das gesamte wirtschaftliche und sicherheitstechnische Modell von Bitcoin untergraben könnten. In einem LinkedIn-Beitrag erklärte er, dass kryptografisch relevante Quantencomputer in der Lage sein könnten, Bitcoin-Transaktionen durch den Einsatz von „Shor’s und Grover’s Algorithmen“ zu destabilisieren.
Wie Bitcoin-Sicherheit gefährdet wird
Bitcoin stützt sich auf zwei Hauptsäulen der Kryptografie: den Elliptic Curve Digital Signature Algorithm (ECDSA) für Transaktionsunterschriften und SHA-256 für den Proof-of-Work-Mining-Prozess. Duong erläutert, dass Quantencomputer somit zwei separate Bedrohungen darstellen könnten. Einerseits könnten sie die kryptografische Sicherheit privater Schlüssel brechen, was es Angreifern ermöglichen würde, Gelder von verwundbaren Adressen zu stehlen. Andererseits könnten sie Blöcke viel effizienter minen, was das wirtschaftliche und sicherheitstechnische Modell von Bitcoin stören würde.
Ein Ungleichgewicht bei den Minern
Bitcoin-Miner nutzen Rechenleistung und Energie, um komplexe mathematische Probleme zu lösen und Transaktionsblöcke zum Netzwerk hinzuzufügen. Es wird spekuliert, dass Quantencomputer exponentiell schneller arbeiten als aktuelle Computer. Angriffe wie ein 51%-Angriff erfordern eine enorme Menge an Rechenleistung, die es einem Miner oder einer Gruppe von Minern ermöglichen würden, mehr als die Hälfte der gesamten Mining-Leistung von Bitcoin zu kontrollieren und die Blockchain zu manipulieren.
Duong merkt jedoch an, dass die Besorgnis über das Quantenmining derzeit eine untergeordnete Rolle spielt, da scaling-relatierende Beschränkungen bestehen. Vielmehr sieht er die Migration der Signaturen als zentrales Thema an.
Expertenmeinungen und Zukunftsausblick
In seiner Analyse gibt Duong zu, dass er Quantencomputing nicht als eine akute Bedrohung ansieht, da die derzeit verfügbaren Maschinen noch nicht leistungsstark genug sind, um die Kryptografie von Bitcoin zu brechen. Gleichzeitig zeigt er sich optimistisch, dass die Open-Source-Community proaktiv an post-quanten-migrierenden Lösungen arbeitet.
Die Meinungen unter den Experten sind jedoch gespalten: Skeptiker wie der Cypherpunk Adam Back sehen die Bedrohung durch Quantencomputing als übertrieben an, und argumentieren, dass die Technologie noch Jahrzehnte entfernt ist. Im Gegensatz dazu warnen andere, wie Charles Edwards, Gründer des quantitativen Bitcoin- und Digital-Asset-Fonds Capriole, vor der Dringlichkeit der Situation und betonen, dass schnellere Maßnahmen notwendig sind, um das Netzwerk abzusichern.
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