Auf Einen Blick
- Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, hat seine Meinung zu Layer-2-Lösungen überdacht.
- Er betont die Notwendigkeit, den Fokus auf native Rollups und die Skalierung des Ethereum-Mainnets zu verlagern.
- Buterin äußert sich kritisch über die mangelnde Dezentralisierung vieler Layer-2-Lösungen.
Neuausrichtung der Skalierung
Vitalik Buterin, der Mitbegründer von Ethereum, hat seine langfristige Sichtweise zu den Layer-2-Lösungen geändert. In einem Beitrag auf X erklärte er, dass der Ansatz „nicht mehr sinnvoll“ sei und man einen neuen Weg einschlagen müsse. Er argumentiert, dass viele Layer-2-Lösungen in Bezug auf Dezentralisierung gescheitert sind und dass das Ethereum-Mainnet mittlerweile durch Erhöhungen des Gaslimits und bevorstehende native Rollups ausreichend skaliert.
Die Rolle der Layer-2-Lösungen
Layer-2-Lösungen wurden ursprünglich als Erweiterungen von Ethereum konzipiert, die schnelle und kostengünstige Transaktionen ermöglichen, während sie die Sicherheit von Ethereum erben. Buterin betont, dass Layer-2s Teil der „Ethereum-Skalierung“ sein sollten, indem sie Blockraum schaffen, der vollständig vom Ethereum-Mainnet gesichert ist. Viele Layer-2s, darunter Arbitrum, Optimism, Base und Starknet, haben jedoch laut Buterin dieses Ziel nicht erreicht.
„Wenn du eine 10.000 TPS EVM erstellst, bei der die Verbindung zu L1 durch eine Multisig-Bridge vermittelt wird, dann skalisierst du Ethereum nicht,“ so Buterin.
Fokus auf Nischenbereiche
Buterin schlägt vor, dass Layer-2-Lösungen sich auf bestimmte Nischen wie Privatsphäre, Identität, Finanzen, soziale Apps und KI konzentrieren sollten. Dies stellt einen klaren Paradigmenwechsel dar, da die technische Roadmap von Ethereum lange Zeit die Layer-2s als primären Weg zur Skalierung des Netzwerks fokussierte.
Währenddessen haben einige Ethereum-Entwickler, wie Max Resnick,der früher bei der Infrastruktur-Firma Consensys arbeitete und zur Solana-Ökosystem wechselte, verstärkt den Fokus auf die Skalierung des Ethereum-Mainnets gefordert. Ryan Sean Adams, Mitmoderator der Ethereum-Show Bankless, stellt ebenfalls fest: „Das ist ‚der Pivot‘. Ich bin froh, dass es jetzt ausgesprochen wird. Starker ETH, starkes L1.“
Die Rolle der nativen Rollups
Buterin ist zunehmend überzeugt, dass vorcompilierte native Rollups eine zentrale Rolle bei der Skalierung des Ethereum-Mainnets übernehmen werden, insbesondere mit der Integration von Zero-Knowledge Ethereum Virtual Machine (zkEVM)-Nachweisen in die Basisschicht.
Native Rollups werden direkt in Ethereum selbst integriert, wodurch die Verarbeitung von Transaktionen direkt von den Ethereum-Validierern verifiziert wird. Dies steht im Gegensatz zu traditionellen Rollups, die Transaktionen off-chain bündeln und ausführen, bevor sie Daten an Ethereum zurücksenden.
Im Dezember diskutierten Ethereum-Entwickler zudem, das Gaslimit von 60 Millionen auf 80 Millionen zu erhöhen, um die Anzahl der Transaktionen und Smart-Contract-Operationen in jedem Ethereum-Block zu steigern, was die Gesamtdurchsatzrate erhöht und potenziell die Gebühren senkt.
Ein langfristiger Plan
Im letzten Juli stellte Ethereum-Forscher Justin Drake einen Zehnjahresplan vor, der eine Erhöhung der Transaktionsgeschwindigkeit auf 10.000 TPS für das Ethereum-Mainnet vorsieht, sobald alle Skalierungsmerkmale implementiert sind. Dies würde einen signifikanten Anstieg im Vergleich zu den derzeit beobachteten 15–30 TPS darstellen.
Fazit
Buterins Überlegungen zur Skalierung von Ethereum werfen ein neues Licht auf die künftige Entwicklung des Netzwerks. Indem der Fokus von Layer-2s auf native Technologien und das Ethereum-Mainnet verlagert wird, könnte dies nicht nur die Effizienz, sondern auch die Dezentralisierung und Sicherheit von Ethereum signifikant verbessern.
🔵 Alle aktuelle Ethereum-News auf einen Blick – hier klicken! 🔵
