Im Kontext der Entwicklungen im Krypto-Sektor und den Regulierungen wird deutlich, wie stark die Interessen der Banken Einfluss auf Gesetzgebungsprozesse nehmen können. Der Digital Asset Market Clarity Act, der im Juli 2025 mit einer deutlichen Mehrheit im US-Repräsentantenhaus verabschiedet wurde, zeigt das Spannungsfeld zwischen Krypto-Industrie und Banken auf. Das Gesetz wurde initiiert, um den Krypto-Markt zu regeln, steht jedoch seitdem im Senat still, was auf einen tiefgreifenden Konflikt hindeutet.
Der Konflikt um Stablecoin-Renditen
Im Mittelpunkt dieses Konflikts steht die Frage, ob Stablecoin-Anbieter ihren Kunden Zinsen zahlen dürfen. Die Bankenlobby setzt sich vehement für ein Verbot ein. Laut den Banken könnte dies zur „Deposit Flight“ führen, also einem massiven Abzug von Bankeinlagen zugunsten von Stablecoins. Der Druck auf die Gesetzgeber wächst, da estimierte 6.6 Billionen USD in Gefahr sind, in Stablecoins abgezogen zu werden, was die lokale Kreditvergabe negativ beeinflussen könnte.
Verhandlungen und ihre Nahtlosigkeit
Um diesen Zwist zu lösen, lud das Weiße Haus die Stakeholder aus beiden Seiten zu Verhandlungen ein. Zwischen Februar und Januar 2026 fanden mehrere Treffen statt, bei denen die Krypto-Vertreter versuchten, ihre Argumente darzulegen. Im Gegensatz dazu forderte die Bankenvertreter mit einem „Principles Document“ ein vollständiges Verbot von Renditen auf Ruheguthaben. Der zweite Verhandlungsversuch zeigte, dass ein Kompromiss schwer zu erreichen war.
Regulierungsveränderungen und harte Strafen
Das Resultat dieser Verhandlungen könnte für die Krypto-Industrie gravierende Auswirkungen haben. Eine neue Gesetzgebung sieht vor, dass passive Renditen auf Stablecoin-Konten untersagt werden. Zukünftig soll lediglich ein System bestehen, das Belohnungen an bestimmte Aktivitäten knüpft. Dies führt zu einer neuen Realität für Krypto-Nutzer, die bislang von attraktiven Zinssätzen profitierten.
Die Banken als Einflussnehmer
Bedenkt man die Situation genauer, wird klar, dass nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Motive das Verhalten der Banken beeinflussen. Ein Krypto-Vertreter äußerte, dass die Ängste der Banken eher mit ihren Wettbewerbsinteressen als mit dem tatsächlichen Risiko eines Einlagenabflusses verbunden sind. Das Zinsgefälle zwischen Banken und Stablecoin-Anbietern ist ein entscheidender Faktor in diesem Wettbewerb.
Der Status quo und die offenen Fragen
Die Handlungsfähigkeit der Bankenlobby ist ein entscheidender Punkt in diesem Gesetzgebungsverfahren. Während sie auf eine Regulierung dringt, die ihre Dominanz sichert, sieht sich die Krypto-Branche gezwungen, sich zu arrangieren. Die Verhandlungen über mögliche Kompromisse zu aktiven Belohnungen gehen weiter, doch die Krypto-Industrie hat bislang in ihrer zentralen Forderung versagt.
Ausblick und Herausforderungen
Die angespannte Lage soll bis Ende Februar klarer werden, wenn berichtet werden soll, wie es weitergeht. Die Branche, die für eine Demokratisierung des Finanzsystems angetreten ist, steht an einem kritischen Punkt. Die laufenden Entwicklungen verdeutlichen, wie der Einfluss von Banken auf regulatorische Entscheidungen dazu führt, dass Innovationen behindert werden und die Wettbewerbsbedingungen zum Nachteil der Verbraucher verschärft werden.
