Regulierungsstreit um Krypto-Buchhaltungsrichtlinien
Ein aktuelles Schreiben von republikanischen Abgeordneten an die Wertpapier- und Börsenkommission (SEC) beleuchtet den Konflikt über die Buchhaltungsrichtlinie für Krypto-Assets, bekannt als Staff Accounting Bulletin 121 (SAB 121). Die Besorgnis über die Auswirkungen dieser Regelung auf die Finanzindustrie und den Zugang für Verbraucher steht im Mittelpunkt der Diskussion.
Was sind die Auswirkungen von SAB 121?
SAB 121, die im März 2022 von der SEC eingeführt wurde, zwingt Unternehmen, die digitale Vermögenswerte im Auftrag ihrer Kunden verwalten, dazu, diese als Verbindlichkeiten in ihren Bilanzen zu führen. Der Grund für dies liegt in den speziellen Risiken, die mit der Verwahrung von Krypto-Assets verbunden sind. Dies hat Bestrebungen ausgelöst, die Regelung zurückzunehmen, da viele Banken und Finanzinstitute Schwierigkeiten haben, digitale Vermögenswerte anzubieten, was direkte Auswirkungen auf die Verbraucher haben könnte.
Wichtiges Signal des Kongresses
Ein Brief, initiiert von Rep. Patrick McHenry, dem Vorsitzenden des Finanzdienstleistungsausschusses im Repräsentantenhaus, und Sen. Cynthia Lummis aus Wyoming, ist ein starkes Zeichen des Kongresses an die SEC, die SAB 121 zurückzuziehen. Insgesamt 13 Senatoren und 29 Abgeordnete unterzeichneten den Brief, der betont, dass die aufgestellten Richtlinien gegen die Grundsätze des Administrative Procedure Act verstoßen.
Politische Reaktionen und der breite Kontext
Der Vorstoß der Republikaner, SAB 121 zu kippen, spiegelt die wachsende Spannungen zwischen gewählten Vertretern und Regulierungsbehörden in Bezug auf Krypto-Politik wider. Mit dem veto von Präsident Biden gegen eine vom Kongress verabschiedete Gesetzgebung zur Aufhebung dieser Regel im Mai ist klar, dass dieses Thema im politischen Diskurs prominent bleibt. Besonders im Hinblick auf den bevorstehenden Präsidentschaftswahlkampf wird Krypto wahrscheinlich ein Streitpunkt zwischen den Kandidaten werden.
Kritik und Unklarheiten in der Branche
Die Forderung nach einer Streichung von SAB 121 wird von Kritikern als notwendig erachtet, um die branchenüblichen Praktiken nicht zu stören. Jennifer Schulp vom Cato Institute äußerte, dass diese Regelung „allgemein akzeptierte Praktiken“ in der Vermögensverwaltung umwälze. Zudem wird im Schreiben der Abgeordneten auf die mangelnde Klarheit hingewiesen, die aus den Aussagen des leitenden Rechnungsprüfers der SEC resultiert, was die Unsicherheit in der Industrie nur verschärft hat.
Fazit: Die Zukunft der Krypto-Regulierung bleibt ungewiss
Die Diskussion um SAB 121 und die damit verbundenen Bedenken zeigen den anhaltenden Druck auf Regulierungsbehörden und Gesetzgeber, sich im Bereich der digitalen Vermögenswerte abzustimmen. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob und wie sich die regulatorischen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten entwickeln werden und welche Auswirkungen dies auf die Nutzung von Krypto-Assets für Verbraucher und Unternehmen haben könnte.
