Die Schweiz steht am Scheideweg in der Welt der digitalen Währungen. Der Bundesrat hat kürzlich Vorschläge zur Regulierung von Stablecoins präsentiert, was erhebliche Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit des Landes im internationalen Finanzsektor haben könnte.
Wichtige Entwicklungen im Kampf um digitale Währungen
Mit dem internationalen Fortschritt, insbesondere nach dem Erlass des «GENIUS Act» in den USA, der erste bundesweite Regelungen für Stablecoins festlegt, droht der Schweiz das Hintertreffen. Martin Hess äußert sich besorgt über die verschärfte Konkurrenz. Er betont: „Die klare gesetzliche Regelung in den USA bietet den Marktakteuren dort Rechtssicherheit, was die Schweiz unter Druck setzt, innovative Lösungen zu entwickeln.“
Die Rolle von Stablecoins
Stablecoins, die als wertstabile digitale Zahlungsmittel agieren, gewinnen rapide an Bedeutung. In Deutschland beispielsweise hat das e-money Institut AllUnity die Einführung eines Schweizer Franken Stablecoins angekündigt. Das zeigt, dass die Technologie bereits integriert ist und praktische Anwendungen gefunden hat.
Herausforderungen für Schweizer Banken
Ein zentrales Anliegen der neuen Regulierung betrifft die Anforderungen an Schweizer Banken. Natalie von der SBVg erklärt, dass der aktuelle Vorschlag Banken dazu zwingt, Tochtergesellschaften zu gründen, um Stablecoins zu emittieren. „Dies führt zu zusätzlicher Bürokratie ohne echten Mehrwert“, sagt sie. Banken, die bereits hohe regulatorische Standards erfüllen, sollten in der Lage sein, Stablecoins direkt unter ihrer bestehenden Lizenz anzubieten.
Die Bedeutung von Stresstests
Um eine solide Grundlage für Stablecoins zu schaffen, fordert die SBVg umfassende Stresstests. Diese sollen potenzielle Risiken identifizieren, darunter auch die Gewährleistung der Wertstabilität und die mögliche Abwanderung von Geldern von traditionellen Banken. Mit der Einführung neuer Anbieter könnte es zu einer „Disintermediation“ kommen, bei der die Kundengelder abfließen und die Finanzmarktstabilität gefährden.
Kundenschutz und Transparenz
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Kunden-schutz. Natalie hebt hervor, dass Stablecoins primär als Zahlungsmittel und nicht als Anlageprodukte gedacht sind. Die Einordnung nach FIDLEG könnte zu falschen Erwartungen führen und erschwert die Nutzung. Transparenz durch Informationsblätter, sogenannte «Whitepapers», wird jedoch befürwortet.
Einblick in die zukünftigen Herausforderungen
Sollte es der Schweiz nicht gelingen, eine ausgewogene Regulierung zu schaffen, könnte sie eine ähnliche Entwicklung wie Luxemburg erleben, wo vorteilhaftere Bedingungen zu einer Abwanderung von Geschäften geführt haben. „Die Weichen müssen jetzt richtig gestellt werden, um die Wertschöpfung im Land zu halten“, warnt Martin Hess.
Die Diskussion über Stablecoins und deren Regulierung zeigt die Dringlichkeit, mit der die Schweiz agieren muss, um im globalen Wettbewerb relevant zu bleiben. Klare, innovative Regelungen könnten dazu beitragen, dass die Schweiz auch in der Zukunft als Zentrum für digitale Währungen wahrgenommen wird.
