Die rechtlichen Hürden, die sich um die Kryptoplattform Polymarket gruppieren, nehmen in Europa stetig zu. Nachdem bereits Frankreich, Belgien und Polen Einschränkungen auferlegt hatten, ziehen nun auch Ungarn und Portugal nach und verstärken die regulatorische Kontrolle über die Plattform.
Weiterhin starkes Handelsvolumen trotz Regulierungen
Überraschenderweise zeigt sich, dass der Handel auf Polymarket und ähnlichen Plattformen nicht wesentlich unter den neuen Einschränkungen leidet. Am 12. Januar wurde ein Rekordhoch des Handelsvolumens von über 700 Millionen Dollar erreicht, wobei der Großteil auf den Wettbewerber Kalshi entfiel. Dies lässt darauf schließen, dass trotz regulatorischer Maßnahmen das Interesse an Prediction Markets nach wie vor groß ist.
Erhöhtes Aufsichtsmuster in Europa
Die ungarische Aufsichtsbehörde SZTFH gab bekannt, Polymarket vorübergehend zu blockieren, da die Plattform angeblich illegale Glücksspielakte betreibe. Diese Maßnahmen können nun auch für andere Länder als Vorbild dienen, die ihre eigenen regulatorischen Schritte gegen die Plattform unternehmen.
Zweifel an der Klassifizierung von Prediction Markets
Ein zentrales Thema der Debatte ist die Klassifizierung von Prediction Markets. Auf Polymarket handeln Nutzer mit Verträgen, die an reale Ereignisse, wie Wahlen oder geopolitische Entwicklungen, gekoppelt sind. Kritiker bezeichnen die Plattform als nicht lizenziertes Glücksspiel, während Befürworter argumentieren, dass der Markt eher Merkmale von Finanzmärkten aufweist.
Verdacht auf Insiderhandel schürt regulatorische Bedenken
Ein auffälliger Vorfall zu Beginn des Jahres, bei dem ein Nutzer vor der Verhaftung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auf Polymarket wettete und dadurch 400.000 Dollar gewann, verstärkt die Bedenken hinsichtlich Insiderhandels. Dies führte letztlich zu einer intensiveren Beobachtung der Plattform durch Aufsichtsbehörden.
Regulierungsanpassungen in verschiedenen Ländern
In Portugal hat die Glücksspielaufsicht SRIJ die Plattform aufgefordert, ihre Tätigkeiten einzustellen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und konsequent diese Vorschriften durchgesetzt werden. Gleichzeitig hat die Ukraine Polymarket als illegale Glücksspielplattform eingestuft, was die regulatorische Landschaft weiter kompliziert.
Die zunehmenden Blockaden in 33 Ländern erwecken die Frage, wie Zukunft und rechtlicher Status von Prediction Markets in Europa aussehen werden. Es bleibt unklar, ob diese Märkte sich als offizielle Finanzinstrumente etablieren können oder ob sie endgültig als Glücksspiel kategorisiert werden.
