Auf Einen Blick
- Der XRP-Preis liegt derzeit bei etwa 1,37 USD.
- Edo Farina argumentiert, dass institutionelle Reserven die liquidere Verfügbarkeit von XRP erheblich verringern könnten.
- Die theoretischen Modelle deuten auf eine mögliche Knappheit von XRP in der Zukunft hin.
Die Analyse von Edo Farina
Die Behauptung klingt auf den ersten Blick dramatisch: Eines Tages könnte es sich anfühlen, als besitze man etwas Seltenes, wenn man nur 100 XRP hat. Diese Annahme gewinnt jedoch an Aufmerksamkeit, nachdem Edo Farina eine umfassende Analyse vorgelegt hat. Seiner Meinung nach handelt es sich dabei weniger um Spekulation und mehr um einfache Mathematik.
Die Bank-Liquiditätstheorie
Farinas Argument basiert auf dem globalen Bankensystem. Banken halten derzeit riesige Geldbeträge in sogenannten Nostro-Konten — vorfinanzierten Pools, die zur Abwicklung von grenzüberschreitenden Zahlungen genutzt werden. Weltweit lagern Billionen von Dollar untätig in diesem System. Farina argumentiert, dass, wenn XRP als Brückenasset verwendet wird, Finanzinstitutionen bedeutende Reserven halten müssten.
Sein grobes Modell sieht folgendermaßen aus: Wenn etwa 150 Zentralbanken jeweils 100 Millionen XRP hielten, wären allein 15 Milliarden Token gebunden. Wenn man circa 25.000 Privatbanken mit jeweils 1 Million XRP hinzufügt, würden weitere 25 Milliarden Token blockiert. Zusammen wären das etwa 40 Milliarden XRP — nahezu die Hälfte des Gesamtangebots von 100 Milliarden.
Voraussichtliche Nachfrage durch CBDCs und Wallet-Reserven
Farina zieht zusätzlich die Verbrauchernachfrage durch digitale Währungen von Zentralbanken (CBDCs) und Stablecoins in Betracht, die möglicherweise auf dem XRP-Ledger operieren. Wenn selbst nur ein Bruchteil der globalen Bevölkerung XRP benötigen würde, um Wallets zu aktivieren oder Reserve-Bilanzen zu halten, würde diese Nachfrage schnell anwachsen. Zum Beispiel würden 800 Millionen Nutzer, die jeweils nur fünf XRP halten, 4 Milliarden Token aus dem aktiven Verkehr entfernen.
Hinzu kommt, dass jede Transaktion auf dem XRP-Ledger eine kleine Menge XRP verbrennt. Über die Zeit trägt dieser Mechanismus zur Reduzierung des Gesamtangebots bei. Obwohl die Verbrennungsrate klein ist, summiert sich dieser Effekt bei umfangreicher Nutzung.
Erwartete Versorgungsengpässe oder Überdehnungsszenarien?
Die optimistische Sichtweise ist klar: Wenn Institutionen Reserven halten, Einzelhandel-Nutzer Basisbestände halten und die Transaktionsaktivität weiterhin das Angebot verringert, würden weniger Token handelbar bleiben. Theoretisch müsste der Preis steigen, um das Schrumpfen des Angebots mit gleichbleibender oder wachsender Nachfrage in Einklang zu bringen.
Die Gegenthese ist jedoch genauso einfach: Diese Prognosen setzen eine weitreichende institutionelle Akzeptanz, koordinierte Ansammlungen und starke Einzelhandelsnutzung voraus. Das ist eine große Herausforderung. Globale Banken agieren vorsichtig, Regierungen bewegen sich langsamer, und die Krypto-Akzeptanz folgt selten einem sauberen, linearen Verlauf.
Dennoch bleibt die Idee im Gespräch, weil sie die Diskussion umformuliert. Anstatt zu fragen, ob XRP einen bestimmten Preis erreichen kann, wird die grundsätzliche Frage aufgeworfen, wie viel des Angebots realistisch flüssig bleiben könnte, wenn große Akteure beginnen, es langfristig zu halten.
Fazit
Sollte dieser Wandel jemals eintreten, könnte es sein, dass 100 XRP nicht mehr wie ein kleiner Betrag wirken. Derzeit bleibt dies jedoch eine Theorie, die auf potenzieller struktureller Nachfrage basiert.
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