Standard Chartered plant den Aufbau einer Krypto-Prime-Brokerage, um seinen Platz im wachsenden Markt für digitale Vermögenswerte zu festigen. Die britische Großbank wird als erste global systemrelevante Bank (G-SIB) institutionellen Kunden ein umfangreiches Dienstleistungsspektrum anbieten, das auf die speziellen Bedürfnisse von Hedgefonds, Family Offices und Vermögensverwaltern abgestimmt ist.
Marktentwicklung und strategische Wichtigkeit
In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten stark gestiegen. Institutionelle Investoren haben ein wachsendes Interesse an dieser neuen Anlageklasse gezeigt, was Standard Chartered dazu veranlasst hat, in den Krypto-Bereich zu expandieren. Mit rund 140 Milliarden Dollar sind die US-Spot-Krypto-ETFs ein Beleg für die zunehmende Bedeutung dieser Anlageform und zeigen, dass große Vermögensverwalter bereit sind, in Kryptowährungen zu investieren.
Regulatorische Überlegungen
Die Struktur der neuen Prime Brokerage unter der Venture-Capital-Einheit SC Ventures ermöglicht es der Bank, strengen Kapitalanforderungen auszuweichen. Gemäß den Basel-III-Vorschriften müssten Banken für direkte Bitcoin-Bestände eine Risikogewichtung von 1’250 Prozent ansetzen, was das Halten von Krypto-Assets unattraktiv macht. Durch das Outsourcing der Prime Brokerage an SC Ventures wird die Kapitalbelastung deutlich reduziert, wodurch gleichzeitig die Kontrolle über das Geschäft gewahrt bleibt.
Vorhandene Aktivitäten im Digital-Asset-Sektor
Standard Chartered hat schon zuvor Fuß im Bereich digitaler Vermögenswerte gefasst. Im Juli 2025 launched die Bank einen Spot-Handelsservice für Bitcoin und Ethereum, womit sie sich als erste globale systemrelevante Bank etablierte, die lieferbare Krypto-Spot-Trades anbietet. Dieser Service integriert digitale Vermögenswerte in die bestehende Treasury-Infrastruktur und bietet Fondsmanagern eine benutzerfreundliche Plattform für den Handel.
Kooperationen und strategische Partnerschaften
Zusammenarbeit ist in der schnelllebigen Kryptowelt entscheidend. Standard Chartered hat eine Partnerschaft mit Coinbase vertieft, um innovative Lösungen im Bereich Handel, Custody und Kreditvergabe zu entwickeln. Diese Kooperation, zusammen mit der strategischen Partnerschaft mit dem Krypto-Broker FalconX, stärkt die Position der Bank im institutionellen Krypto-Markt und erweitert das Dienstleistungsangebot erheblich.
Wettbewerb im Krypto-Sektor
Die Herausforderungen für Standard Chartered wachsen, da große US-Banken, wie JPMorgan und Morgan Stanley, ebenfalls in den Krypto-Markt drängen. Diese Banken entwickeln eigene Handelsstrategien und Produkte, um von der wachsenden Nachfrage nach digitalen Vermögenswerten zu profitieren. Das steigende Wettbewerbsumfeld erfordert kreative Ansätze, um die ambitionierten Marktziele zu erreichen.
Ausblick und zukünftige Chancen
Das Projekt „Project37C“ stellt einen bedeutenden Schritt in die Zukunft für Standard Chartered dar. Mit der Absicht, die Infrastruktur für digitale Vermögenswerte zu revolutionieren, hebt die Bank ihre Rolle im Krypto-Raum hervor. Ein integriertes Dienstleistungsangebot könnte die Fragmentierung im Markt verringern und eine neue Ära für institutionelle Investoren einleiten. Digitale Vermögenswerte sind nach Ansicht von CEO Bill Winters „ein grundlegendes Element der Entwicklung von Finanzdienstleistungen“, was die Wichtigkeit des Projekts unterstreicht.
