Das Geschäftsumfeld für europäische Gründer hat sich im Jahr 2025 erheblich verschärft, da die Anzahl aktiver Venture Capitalists (VCs) in Europa um 30 % gesunken ist. Diese Rückgang ist in erster Linie auf eine langsame Exit-Strategie und eine zunehmende Priorität für Rentabilität anstelle von schnellem Wachstum zurückzuführen. In Anbetracht des Rückgangs der VC-Finanzierungen von 34 Milliarden Euro im Jahr 2022 auf etwa 21 Milliarden Euro im Jahr 2024 stehen Gründer vor erheblichen Herausforderungen, um neu benötigtes Kapital zu akquirieren.
Tokenisierung als Lösung für Finanzierungsherausforderungen
In dieser angespannten finanziellen Lage könnten Gründer weltweit die Tokenisierung als „Hintertür“ für Finanzierungsmöglichkeiten betrachten. Diese innovative Technologie ermöglicht es Unternehmen, das traditionell wählerische und oft anstrengende VC-Finanzierungssystem zu umgehen. Durch Tokenisierung können kleine, private Unternehmen, die möglicherweise nicht bereit sind, an die Börse zu gehen, eine breitere Investorenbasis ansprechen, ohne die hohen Kosten einer Börsennotierung in Kauf nehmen zu müssen.
Regulatorische Hürden und Wachstumschancen
Dennoch sind die regulatorischen Rahmenbedingungen in Europa nicht auf dem neuesten Stand und bremsen somit das gesamte Finanzierungssystem aus. Die Tokenisierung betrifft die Wertpapiergesetzgebung, was bedeutet, dass Eigenkapital-Token im Wesentlichen digitale Anteile sind, die auf der Blockchain erfasst werden. Obgleich die Herausforderungen groß sind, besteht weiterhin ein signifikantes Potenzial, insbesondere wenn es darum geht, internationale Gerichtsbarkeiten wie die USA zu nutzen, wo die Tokenisierung bereits ein großer Trend ist.
Internationale Vergleichsstudie der Tokenisierung
Weltweit sind die USA, Singapur sowie einige Länder im MENA-Raum, die Britischen Jungferninseln, die Schweiz und Liechtenstein führend in der Tokenisierung. Die Vorzüge dieser Länder liegen in den niedrigeren Einstiegshürden für Investitionen und der Möglichkeit für kleine und mittlere Unternehmen (KMUs), mit der Technologie zu experimentieren und Eigenkapital-Token auszugeben. Das Fehlen angemessener regulatorischer Rahmenbedingungen in Europa hemmt die Akzeptanz von Tokenisierung durch KMUs erheblich.
Ein weiterer Vorteil dieser Regionen ist, dass Wertpapierangebote, die sich an ausländische Investoren richten, von ihren lokalen Vorschriften ausgenommen sind. Dies bedeutet, dass Unternehmen ohne erhebliche behördliche Einreichungen im Ausland agieren können, was die Erschließung eines größeren Investorenpools erleichtert.
Finanzierungslandschaft und zukünftige Perspektiven für Europa
Aktuell gibt es in Europa zahlreiche unterinvestierte Sektoren. Zwischen 2015 und 2022 haben europäische Unternehmen jährlich 700 Milliarden Euro weniger in Technik investiert als ihre amerikanischen Pendants. Diese Daten verdeutlichen, dass trotz der Herausforderungen viele lukrative Investitionsmöglichkeiten für Gründer und Investoren auf dem Kontinent bestehen. Allerdings sind die Finanzierungsmöglichkeiten für europäische Anleger begrenzt, was dazu führt, dass viele Gründer auf ausländische Investoren schielen.
Wenn europäische Unternehmen in der Lage wären, das Potenzial der Tokenisierung und der Blockchain voll auszuschöpfen, könnten wir eine Welle von Direktinvestitionen in private Unternehmen erleben. Es ist klar, dass es an der Zeit ist, die europäischen Unternehmensgesetze zu reformieren, um die Tokenisierung und Wertpapiere auf der Blockchain zu fördern. Könnte der europäische Markt durch solch eine Umgestaltung enorm profitieren? Definitiv ja! Daher besteht die Frage: Warum warten?
Insgesamt ist die Notwendigkeit für Veränderungen in der europäischen Regulierungslandschaft offensichtlich, um die Innovationskraft der Gründer zu unterstützen und so das Wirtschaftswachstum im Kontinent voranzutreiben. Der Schlüssel liegt darin, die bestehenden bürokratischen Barrieren abzubauen und flexiblere Rahmenbedingungen zu schaffen, sodass Europa im globalen Wettbewerb nicht weiter ins Hintertreffen gerät.
