Stephen Scherr tritt als Finanzvorstand von Goldman Sachs zurück
Stephen Scherr trat Ende 2021 als Finanzvorstand von Goldman Sachs zurück, um mehr Zeit in Florida zu verbringen. Allerdings zog er sich nicht zurück, um Golf zu spielen, sondern übernahm im Februar 2022 die Position des CEO bei Hertz. Hertz, das kurz zuvor aus der Insolvenz hervorgegangen war, plante, vom erwarteten „Rachereise“-Boom nach der Pandemie zu profitieren.
Mutige Wetten von Knighthead Capital und Certares
Die Private-Equity-Firmen Knighthead Capital und Certares, die die Mehrheit von Hertz besitzen, hatten nach der Übernahme des Unternehmens erste mutige Entscheidungen getroffen. Sie positionierten Hertz als zukunftsorientierten „Mobilitäts“-Konzern, der sich mit einer Flotte von hauptsächlich Tesla Elektrofahrzeugen von der Konkurrenz abheben sollte. Zudem entschieden sie, dass Stephen Scherr, ein erfahrener Wall-Street-Investmentbanker, der richtige Mann sei, um diese Transformation anzuführen.
Von Schwierigkeiten geplagt
Jedoch kam es anders als erhofft. Hertz sah sich mit Herausforderungen konfrontiert, insbesondere aufgrund der Schwierigkeiten bei der Umstellung auf Elektrofahrzeuge. Die Aktien des Unternehmens fielen seit Scherrs Amtsantritt um 60 Prozent. Infolgedessen entschied das Unternehmen, ein Drittel seiner Elektrofahrzeuge zu verkaufen, was zu einem Verlust von 245 Millionen US-Dollar führte.
Scherr verlässt Hertz
Nach nur 25 Monaten im Amt verkündete Hertz plötzlich, dass Stephen Scherr das Unternehmen zum Monatsende verlassen werde. Gil West wird ihn als CEO ersetzen. Die Probleme von Hertz verdeutlichen, dass US-Verbraucher Elektrofahrzeugen gegenüber vorsichtiger sind als erwartet und dass strategische Fehler schnell zu unerwünschten Folgen führen können.
Herausforderungen und Hoffnungen
Die Zukunft von Hertz bleibt ungewiss, während das Unternehmen versucht, sich aus der schwierigen Lage zu befreien. Trotz einiger Rückschläge gibt es noch Hoffnung, dass durch Partnerschaften mit großen Technologiekonzernen und Investitionen in Technologie langfristiger Wert geschaffen werden kann. Stephen Scherr mag weniger als erwartet für seine Zeit bei Hertz erhalten haben, behält jedoch das Privileg, lebenslang kostenlose Hertz-Automieten in Anspruch nehmen zu können.
