Im Bitcoin-Ökosystem entbrannt eine hitzige Debatte über den Bitcoin Improvement Proposal (BIP-110), der als potenzieller Lösungsansatz zur Reduzierung von transaktionalem Spam, insbesondere durch Ordinals, vorgeschlagen wurde. Diese Diskussion, die im Dezember 2025 von dem pseudonymen Entwickler Dathon Ohm initiiert wurde, wirft grundlegende Fragen zur Zukunft der Kryptowährung auf.
Die Bedenken der Community
Adam Back, CEO von Blockstream, äußerte in einem Beitrag auf der Plattform X Bedenken gegenüber BIP-110. Er beschrieb den Vorschlag als eine mögliche Gefahr für die Glaubwürdigkeit von Bitcoin. Back argumentierte, dass die vorgeschlagenen Änderungen, die eine temporäre Senkung der speicherbaren Daten in Bitcoin-Transaktionen beinhalten, nicht nur ineffektiv, sondern auch schädlich für das Vertrauen der Nutzer in Bitcoin als wertstabile Anlage sein könnten.
Was bedeutet das für Bitcoin?
Der Vorschlag zielt darauf ab, die Menge an Bildern, Videos und anderen Daten, die die Blockchain überfluten, zu beschränken. Während einige im Ökosystem, wie der Ordinals-Führer Leonidas, argumentieren, dass nicht finanzielle Transaktionen zur Stärkung der Sicherheit von Bitcoin beigetragen haben, sieht Back solche Initiativen als bloße Belästigung an. Er verwendet den Begriff “Lynchmob” für die Unterstützung von BIP-110 und betont, dass Spam lediglich eine Unannehmlichkeit darstelle, die keine echte Sicherheitsbedrohung für das Netzwerk darstellt.
Aktuelle Unterstützung und Marktveränderungen
Bislang haben fast 7,5% der Bitcoin-Knoten, die Primär die Bitcoin Knots-Clients verwenden, ihre Bereitschaft für BIP-110 signalisiert. Die Marktdynamik hat sich verändert, seit die Bitcoin Core-Entwickler im Oktober 2025 den 80-Byte-Limit für die OP_RETURN-Funktion aufgehoben haben. Dies führte zu einem Anstieg der Bitcoin Knots, die inzwischen 22,7% der Knoten stellen. Der Anteil dort stieg, während der Anteil von Bitcoin Core auf 77,2% gesunken ist, was die anhaltenden Spannungen innerhalb der Community verdeutlicht.
Die Auswirkungen auf Miner
Obwohl die BIP-110 Unterstützung zunimmt, zeigen Daten von Dune Analytics, dass die Gebühren für Ordinals-Inschriften bis Ende 2025 auf weniger als 10.000 USD pro Tag gesunken sind. Dies stellt ein ernsthaftes Problem für Miner dar, die Schwierigkeiten haben, von nicht finanziellen Transaktionen abhängig zu sein, um ihre Einnahmen zu sichern. Der Höhepunkt der Ordinals-Aktivität lag im Dezember 2023, als Miner fast 10 Millionen USD an Gebühren sammelten. Seitdem ist jedoch ein stetiger Rückgang zu beobachten.
Die Unsicherheit bleibt bestehen
Ohm, der BIP-110 vorgeschlagen hat, räumt ein, dass theoretisch Gelder eingefroren werden könnten, versucht jedoch zu betonen, dass der Vorschlag darum bemüht ist, keine bekannten Anwendungsfälle zu tangieren. Die Debatte über BIP-110 spiegelt eine wachsende Unsicherheit in der Bitcoin-Community wider, wenn es darum geht, was die Zukunft von Bitcoin in einer sich ständig verändernden digitalen Landschaft sein könnte. Mit einer steigenden Zahl von Stimmen, die sowohl für als auch gegen den Vorschlag sprechen, wird deutlich, dass die Diskussion um den Umgang mit Bitcoin und seinen Funktionen bei den Nutzern und Entwicklern noch lange nicht beendet ist.
