Im Bundesstaat Kalifornien gibt es eine bewegte Diskussion über einen geplanten neuen Vermögenssteuersatz, der vor allem die wohlhabenden Bürger des Landes betrifft. Die Einführung einer 5%igen Steuer für alle, deren Vermögen über 1 Milliarde Dollar liegt, steht seit November 2025 auf der Agenda.
Neue Steuer könnte Milliarden in die Staatskassen bringen
Die Dienstleistungsgewerkschaft SEIU-United Healthcare Workers West hat diese Steuer vorgeschlagen, um bis zu 100 Milliarden Dollar von etwa 200 reichen Einwohnern zu generieren. Dies wäre eine bedeutende Summe, um die Kürzungen der Bundesmittel im Gesundheitsprogramm Kaliforniens auszugleichen. Um die neue Regelung zu ermöglichen, müssen 850.000 Unterschriften gesammelt werden, damit sie im November 2026 zur Abstimmung kommt.
Reiche Bürger sind besorgt über ihre Zukunft
Einige der prominentesten Investoren Kaliforniens, darunter Peter Thiel und Larry Page, haben bereits gedroht, den Bundesstaat zu verlassen. Jesse Powell, Mitbegründer der Kryptowährungsbörse Kraken, bezeichnete die geplante Steuer als „Diebstahl“ und warnte, dass der Weggang der Reichen nicht nur Auswirkungen auf die Steuereinnahmen, sondern auch auf die Wirtschaft Kaliforniens insgesamt haben könnte.
Ist ein Auszug realistisch?
Eine Studie des Tax Justice Network zeigt, dass in anderen Ländern wie Norwegen, Schweden und Dänemark weniger als 0,01 % der reichsten Haushalte nach Einführung ähnlicher Steuern umgesiedelt sind. In Großbritannien war der Auszug von Millionären minimal und wenig repräsentativ für eine tatsächliche Abwanderungswelle.
Wirtschaftliche Bedenken im Fokus
Experten warnen, dass das Verlassen wohlhabender Bürger die Steuereinnahmen gefährden könnte. Der CEO von Bitwise, Hunter Horsley, hebt hervor, dass die Reichen oft darauf angesprochen werden, ihre Gewerbesteuer in andere Staaten zu verlagern, was langfristige Folgen für die kalifornische Volkswirtschaft haben könnte. Er stellt fest, dass solche Umzüge eine Reaktion auf das Steuersystem darstellt und zeigt eine besorgniserregende Tendenz.
Reiche und ihre Bindungen
Obwohl Befürchtungen bestehen, dass reiche Steuerzahler ihren Wohnort wechseln könnten, zeigt die Realität, dass viele in der obersten Einkommensschicht stark an ihrem sozialen Umfeld und ihren geschäftlichen Netzwerken gebunden sind. Eine Untersuchung des Inequality.org belegt, dass diese Menschen aufgrund von Familie und etablierten Geschäftsverbindungen oft im gleichen Gebiet bleiben.
Die Debatte um die Steuer zeigt, wie komplex und vielschichtig die Thematik der Vermögensverteilung ist. Kalifornien könnte in einer Preisschlacht mit anderen Bundesstaaten stehen, die ein einladenderes Steuersystem anbieten, doch die tatsächliche Abwanderung bleibt fraglich.
Fazit
Der Vorschlag zur Vermögenssteuer kann sowohl als Mittel zur Finanzierung öffentlicher Programme angesehen werden als auch als Risikofaktor für die Wirtschaft Kaliforniens. Die Frage bleibt, ob die drohenden Abwanderungen der Reichen realitätsnah sind oder ob sie letztendlich umkehren, um das zu schützen, was sie in Kalifornien aufgebaut haben.
