Bitpanda plant Börsengang in Frankfurt für 2026

"Wie Bitpanda mit strategischen Partnerschaften und regulatorischen Meilensteinen die Weichen für eine mögliche Marktführerschaft stellt"

Die bevorstehende Börsennotierung der Krypto-Handelsplattform Bitpanda könnte weitreichende Auswirkungen auf den europäischen Kapitalmarkt und die Krypto-Branche haben. Die Wiener Plattform plant, im ersten Halbjahr 2026 an der Frankfurter Wertpapierbörse zu notieren. Ein solcher Schritt wäre ein bedeutender Meilenstein und könnte Frankfurt als Zentrum für europäische Krypto-Unternehmen etablieren.

Strategische Neuausrichtung und Führungswechsel

Im Zuge der Vorbereitungen auf den Börsengang hat Bitpanda einen Führungswechsel vollzogen. Lukas Enzersdorfer-Konrad, der zuvor stellvertretender CEO war, übernahm die Geschäftsführung. Eric Demuth, einer der Mitgründer, wird Executive Chairman und Präsident des Verwaltungsrats der Schweizer Holding Bitpanda Group AG. Diese Neuausrichtung zielt darauf ab, eine klare Verantwortungsstruktur zu schaffen, die für den angestrebten Börsengang von Bedeutung ist.

Bitpanda als Vorreiter in der Krypto-Regulierung

Bitpanda hat sich in den letzten Monaten intensiv mit regulatorischen Anforderungen auseinandergesetzt. Mit dem Erwerb dreier MiCAR-Lizenzen aus Deutschland, Malta und Österreich positioniert sich das Unternehmen als Vorreiter im europäischen Krypto-Markt. Diese Lizenzen, die durch die Markets in Crypto-Assets Regulation ermöglicht wurden, erlauben einen rechtlich abgesicherten Zugang zu 27 EU-Mitgliedstaaten und über 500 Millionen möglichen Nutzern.

Finanzielle Entwicklung und Marktstellung

Die finanziellen Kennzahlen von Bitpanda zeigen ein erhebliches Wachstum. 2024 belief sich der operative Umsatz auf 393 Millionen Euro, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Ein dramatischer Anstieg des bereinigten EBITDA um das Fünffache verdeutlicht das erfolgreiche Marktumfeld, in dem Bitpanda tätig ist. Das Unternehmen bietet über 650 Kryptowährungen und mehr als 3.200 Handelsinstrumente an und hat mittlerweile über 7 Millionen Nutzer in rund 40 Ländern.

Europäische Krypto-Märkte im Aufwind

Ein IPO von Bitpanda könnte ein Signal für andere europäische Krypto-Unternehmen sein und die Märkte weiter ankurbeln. Während die deutschen Börsen aktiv daran arbeiten, sich als bevorzugte Plattform für Krypto-Unternehmen zu positionieren, blieb die Londoner Börse im Vergleich wenig attraktiv, was zur Absage eines angekündigten UK-Börsengangs führte. Frankfurt könnte somit der Schauplatz für das erste europäische Krypto-Einhorn werden.

Partnerschaften zur Stärkung des Angebots

Um das Angebot zu erweitern und den Service zu verbessern, hat Bitpanda strategische Partnerschaften ausgebaut. Insbesondere die Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank, die einen Krypto-Verwahrungsdienst für 2026 ankündigte, zeigt die Ambitionen des Unternehmens. Auch Kooperationen mit anderen Finanzinstituten, wie der N26 Bank und Raiffeisen Bank, tragen zur Steigerung der Attraktivität von Bitpanda bei.

Insgesamt deutet alles darauf hin, dass der bevorstehende Börsengang nicht nur für Bitpanda selbst von Bedeutung ist, sondern auch für die gesamte Krypto-Branche in Europa. Ein erfolgreicher IPO könnte neue Maßstäbe setzen und Frankfurt als internationalen Standort für Krypto-Unternehmen bestätigen.

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