Krypto versus Banken: Einigung zu Stablecoin-Zinsen gefordert
Ein Machtkampf zwischen Banken und Krypto-Industrie: Hindernisse und Erwartungen im Schatten des CLARITY Acts

Ein aktueller Streit im Herzen der amerikanischen Finanzpolitik zeigt die wachsenden Spannungen zwischen der traditionellen Bankenlandschaft und der aufstrebenden Krypto-Industrie. Das Weisse Haus gab kürzlich bekannt, dass ein über zweistündiges Treffen zwischen Vertretern beider Lager ergebnislos endete, was auf schwerwiegende Differenzen hinweist.
Die Verhandlungsparteien
An einem runden Tisch saßen Vertreter der Krypto-Branche, darunter Coinbase, Circle und Ripple, sowie führende Bankenverbände wie die American Bankers Association (ABA) und das Bank Policy Institute. Die Gespräche wurden von Patrick Witt, Executive Director des Presidents Council of Advisers on Digital Assets, geleitet, um eine einvernehmliche Lösung bezüglich Zinszahlungen auf Stablecoins zu finden.
Hauptkonflikt: Zinsen auf Stablecoins
Der Kern des Streits liegt in Section 404 des CLARITY Act, die Krypto-Dienstleistern die Zahlung von Zinsen auf Stablecoins verbietet. Während Banken auf eine möglichst strikte Regulierung drängen, hat die Krypto-Industrie ein wachsendes Interesse daran, solche Zinsen anzubieten. Letztlich kommt es auf die Frage an, ob Plattformen wie Coinbase weiterhin ihren Nutzern Zinsen auf Stablecoins zahlen dürfen.
Markt für Stablecoins und seine Bedeutung
Der Markt für Stablecoins umfasst mittlerweile über 280 Milliarden USD und präsentiert damit einen enormen Wirtschaftsfaktor. Das Wachstum dieses Sektors könnte bis 2030 auf 3,7 Billionen USD steigen. Diese Dimension lässt die Banken um ihre finanziellen Grundlagen bangen, da die Möglichkeit, Zinsen auf Stablecoins zu zahlen, zu einem erheblichen Abfluss von Kapital aus den traditionellen Banken führen könnte.
Unterschiedliche Ansichten der Beteiligten
Brian Armstrong, CEO von Coinbase, hat die Unterstützung für den CLARITY Act zurückgezogen und eine Überregulierung der Krypto-Industrie kritisiert. Während die Bankenverbände betonen, dass eine Regulierung notwendig sei, um die lokale Kreditvergabe zu sichern, versucht die Krypto-Industrie, Spielräume für Innovationen zu schaffen.
Ein neuer Kompromiss erforderlich
Das Weisse Haus fordert beide Seiten auf, bis Ende Februar 2026 eine gemeinsame Lösung zu präsentieren, um eine Blockade des CLARITY Act zu vermeiden. In einem Statement von Cody Carbone, CEO der Digital Chamber, wird der dringende Handlungsbedarf betont, um die Interessen sowohl von Innovatoren als auch von Verbrauchern zu wahren.
Die Auswirkungen dieser Diskussion über Zinszahlungen auf Stablecoins könnten weitreichende Konsequenzen haben. Die Finanzlandschaft steht möglicherweise am Anfang einer neuen Ära, in der das Zusammenspiel zwischen traditionellem Bankwesen und digitalen Assets neu definiert wird.



