Die aktuellen Entwicklungen im Finanzsektor zeichnen ein spannendes Bild der globalen Märkte. In einer Zeit, in der die Verschuldung der USA auf alarmierende 35 Billionen Dollar angewachsen ist, rückt ein neues Gesetz ins Zentrum der Diskussion: der GENIUS Act, der die Nutzung von Stablecoins mit US-Staatsanleihen verknüpft. Diese Regelung hat nicht nur das Potenzial, die Finanzlandschaft der USA entscheidend zu verändern, sondern wirft auch weitreichende Fragen hinsichtlich der globalen Finanzordnung auf.
Globale Bedeutung der US-Stablecoins
Stablecoins, digitale Währungen, die an reale Währungen gebunden sind, könnten zu einem entscheidenden Werkzeug für die USA werden. Washington sieht in der gesetzlichen Verknüpfung von Stablecoins und Staatsanleihen eine Möglichkeit, seine Schuldenlast zu verwalten, ohne übermäßige neue Schulden aufzunehmen oder die Steuern erheblich zu erhöhen. Private Unternehmen, die Stablecoins emittieren, könnten von einer stabilen Nachfrage nach US-Staatsanleihen profitieren, während die Regierung gleichzeitig ihre Kreditkosten senkt.
Die Warnung aus Russland
Anton Kobyakov, ein führender Berater von Präsident Wladimir Putin, hat in seiner Ansprache beim Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok darauf hingewiesen, dass diese Strategie als finanzielle Kriegsführung interpretiert werden könnte. Er warnt davor, dass die USA Schulden in Stablecoins „stecken“ und diese entwerten könnten, was die internationalen Finanzregelungen stark beeinflussen würde. Für Länder wie Russland und China könnte dies eine ungewollte Verlagerung des globalen Machtgefüges darzustellen.
Der Vorteil des GENIUS Act für die USA
Das GENIUS-Gesetz könnte als wirtschaftlicher Game Changer angesehen werden. Durch die verbindliche Deckung der ausgegebenen Stablecoins mit Staatsanleihen wird eine stets verfügbare Nachfrage nach diesen entstehenden Währungen geschaffen. Dies würde die Übertragung von US-Schulden an private Emittenten ermöglichen, die gleichzeitig von den Renditen profitieren.
Inflation und ihre Auswirkungen
Ein weiterer Aspekt, den Kobyakov anspricht, ist die Rolle der Inflation. Solange die Rendite der Staatsanleihen unter der Inflationsrate liegt, entwertet sich die Schuldenlast der USA faktisch im Zeitverlauf. Diese Strategie hat Mr. Kobyakov zufolge das Potenzial, eine systematische Methode zur Schuldenentwertung zu schaffen, während private Stablecoin-Emittenten die Kosten der Inflation tragen.
Prognose und kommende Trends
Der Trend zur Nutzung von Stablecoins wird voraussichtlich zunehmen. Private Anbieter werden sich vermehrt auf die Nachfrage nach digitalen Dollars konzentrieren. Dies wird Druck auf internationale Konkurrenz ausüben, insbesondere auf den digitalen Yuan Chinas und andere neu entwickelte europäische Währungen. Wenn die USA ihr Modell erfolgreich ausbauen können, könnte der Dollar in digitaler Form an Dominanz gewinnen, während die globalen Rivalen eigenständige Strategien entwickeln müssen.
Schlussfolgerung
Die fortschreitende Verknüpfung von Stablecoins mit Staatsanleihen könnte nicht nur die US-Wirtschaft ankurbeln, sondern auch weitreichende geostrategische Implikationen haben. Kobyakov und andere Kritiker sehen hierin eine bewusste Manipulation der globalen Finanzordnung. Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, ob die internationalen Märkte dieses neue System akzeptieren oder ob Alternativen entwickelt werden, die der US-Dominanz entgegenwirken.
