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Wie öffentliche Krypto-Netzwerke die Finanzmarktinfrastruktur revolutionieren könnten

"Neue Perspektiven für die Finanzmärkte: Wie öffentliche Blockchains die Zukunft digitaler Währungen gestalten könnten"

Die Diskussion um die Nutzung öffentlicher Blockchains in der Finanzinfrastruktur gewinnt zunehmend an Bedeutung. In einem kürzlich veröffentlichten Papier, das gemeinsam von Ulrich Bindseil, dem Generaldirektor für Marktinfrastruktur und Zahlungen der Europäischen Zentralbank (EZB), und Omid Malekan von der Columbia University verfasst wurde, werden die Chancen und Herausforderungen dieser Technologie analysiert. Das Dokument hebt hervor, wie öffentliche Krypto-Netzwerke innovative Lösungen im Finanzsektor ermöglichen können.

Chancen öffentlicher Blockchains

Das Papier kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorteile öffentlicher Blockchains “eine nie dagewesene Effizienz für die Finanzmarktinfrastruktur ermöglichen könnten”. Zu den wichtigsten Aspekten zählen die Unterstützung von dezentralen Finanzsystemen (DeFi), die Eliminierung von Vermittlern und die Automatisierung von Prozessen. Diese Fortschritte könnten eine grundlegende Veränderung im Bereich der Finanzdienstleistungen und der Zahlungsabwicklung darstellen.

Zentrale Bankwährungen und regulatorische Herausforderungen

Ein weiterer interessanter Punkt, den die Autoren ansprechen, ist die Möglichkeit einer Digitalen Euro. Sollten die Regulierungsbehörden zustimmen, könnte Europa in drei bis vier Jahren eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) einführen. Die Autoren stellen fest, dass es keinen technischen Grund gibt, der gegen die Emission einer CBDC auf einem öffentlichen Krypto-Netzwerk sprechen würde. Vorausgesetzt, die Zentralbank ist sich der Risiken bewusst, könnte sie auch eine bargeldähnliche Forderung gegen ihre Bilanz über Ethereum ausgeben.

Die Skepsis gegenüber genehmigten DLTs

Trotz der positiven Betrachtung öffentlicher Blockchains zeigen die Autoren auch ihre Bedenken gegenüber genehmigten Distributed Ledger Technologies (DLTs), die zuletzt von der EZB im Rahmen von Testläufen für den Großhandelsmarkt eingesetzt wurden. Sie argumentieren, dass genehmigte Blockchains eher komplexe Datenbanken mit kryptographischen Zusatzfunktionen darstellen und wesentliche Herausforderungen hinsichtlich Datenschutz, Skalierbarkeit und regulatorischer Anforderungen mit sich bringen. Diese Aspekte sind für Institutionen von erheblicher Relevanz.

Potenzial für neue Finanzprodukte

Das Papier prognostiziert, dass die größten Nutznießer der fortlaufenden technologischen Verbesserungen im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie letztendlich Finanzingenieure sein könnten. Diese könnten neue Produkte entwickeln, die durch die Möglichkeiten öffentlicher Blockchains inspiriert werden, während sie gleichzeitig von traditionellen Beschränkungen befreit sind. Dies könnte besonders in einem sich schnell verändernden Finanzumfeld von Vorteil sein.

Kritik an Bitcoin

Bindseil hat in der Vergangenheit Bitcoin kritisch gegenübergestanden. Er sieht in Bitcoin ein spekulatives, unproduktives Asset, das Kapital von fruchtbareren realen Investitionen abziehen könnte. Zudem bemängelt er eine Vermögensumverteilung von frühen Bitcoin-Haltern zu späteren, was zusätzliche Skepsis gegenüber dieser Art von Krypto-Assets hervorruft.

Schlussfolgerung

Insgesamt bietet das Papier einen umfassenden Überblick über die Vorzüge und Herausforderungen der Nutzung öffentlicher Blockchains im Finanzsektor. Während die Möglichkeit der Optimierung und Innovation in der Finanzmarktinfrastruktur durch diese Technologie naheliegt, sind auch die regulatorischen und sicherheitstechnischen Aspekte, besonders im Hinblick auf genehmigte DLTs, von erheblicher Bedeutung. Die Entwicklung in diesem Bereich könnte entscheidend dafür sein, wie zukünftige Finanzprodukte gestaltet und implementiert werden.

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Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Finanzberatung oder Anlageempfehlung dar. Die geäußerten Meinungen sind ausschließlich die des Autors und spiegeln nicht zwingend die Ansichten von News-Krypto.de wider. Investitionen in Kryptowährungen bergen erhebliche Risiken – bitte informieren Sie sich eigenständig und konsultieren Sie einen Fachberater, bevor Sie finanzielle Entscheidungen treffen. News-Krypto.de übernimmt keine Haftung für etwaige Verluste.

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