Amsterdam verbietet neue Hotels, um den Massentourismus einzudämmen

Um ein neues Hotel in Amsterdam zu errichten, müsste ein bestehendes Hotel schließen, die Anzahl der verfügbaren Schlafplätze unverändert bleiben und das neue Hotel in irgendeiner Weise eine Verbesserung darstellen, beispielsweise durch nachhaltiges Wirtschaften. Bestehende Genehmigungen für den Bau neuer Hotels sind von dieser Regelung ausgenommen.
Die Stadt Amsterdam ergreift bereits Maßnahmen zur Begrenzung der Touristenzahlen, die Jahr für Jahr in die Millionen gehen. Unter anderem werden Maßnahmen ergriffen, um den sogenannten Sex- und Drogentourismus im berühmten Rotlichtviertel einzudämmen. Letztes Jahr startete die Stadt eine Online-Kampagne mit dem Titel „Stay Away“, die speziell auf junge britische Männer abzielte.
Neben Amsterdam haben auch andere beliebte Reiseziele mit den Auswirkungen des Massentourismus zu kämpfen. In Spanien, einem der meistbesuchten Länder der Welt, fanden kürzlich Demonstrationen auf den Kanarischen Inseln statt, bei denen Änderungen am Tourismusmodell gefordert wurden. Einwohner betonen, dass das derzeitige Modell des unbegrenzten Wachstums des Tourismus nicht nachhaltig ist.
Die Kanarischen Inseln, die im letzten Jahr von 16 Millionen Menschen besucht wurden, stoßen an ihre Kapazitätsgrenzen an, da dies mehr als das Siebenfache der Bevölkerung des Archipels ausmacht. Insgesamt verzeichnete Spanien im Vorjahr mit 85,1 Millionen Besuchern einen Rekord. Die Forderungen nach einer nachhaltigeren Tourismuspolitik zeigen, dass die Anliegen bezüglich des Massentourismus in europäischen Städten und Regionen wachsen.


