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Dave Gahan und Martin Gore: Neue Freundschaft bei Depeche Mode

Depeche Mode: Ein denkwürdiger Abend in Düsseldorf

Depeche Mode haben in Düsseldorf an zwei aufeinanderfolgenden Abenden vor insgesamt 90.000 Fans gespielt. Der Tod von Andy Fletcher vor etwas mehr als einem Jahr hätte das Ende der legendären Gruppe bedeuten können. Doch Martin Gore hatte in den langen Lockdown-Tagen vor Fletchers Tod schon ein ganzes Album an neuen Songs geschrieben, die meisten davon mit Richard Butler, dem ehemaligen Sänger der Psychedelic Furs - und Dave Gahan hatte sie für mehr als gut befunden. Also weiter, wie es das Leben verlangt. Die Platte tauften sie „Memento Mori“, natürlich. Der Tod war schon immer ihr Begleiter.

Eröffnet hatten sie den Abend mit den ersten beiden Stücken von „Memento Mori“, der pathetisch-düsteren Eröffnung „The Cosmos Is Mine“ und „Wagging Tongue“, dessen erste Synthie-Akkorde direkt aus Kraftwerks „Trans Europa Express“-Periode ausgeliehen scheinen, und das nicht nur, weil sie es in Düsseldorf spielen. Schon dreht Dave Gahan Pirouetten, paradiert wie eine Eidechse in Mick Jaggers Terrarium, streicht sich die nassen Haare zurück. Martin Gore trägt ein Jackett mit Totenschädel-Muster, seine Fingernägel sind schwarz lackiert.

Als Depeche Mode etwa in der Mitte des gut zweistündigen Sets „World in My Eyes“ spielen, erscheint ein Porträtfoto des jungen Andy Fletcher auf den LED-Wänden. Ihm wird das charakteristische Brillengestell aufgemalt, dann schließt der Porträtierte die Augen, hält eine Hand vor ein Brillenglas und die Fans strecken im Gegenzug ihre Hände hoch, verbinden Daumen und Zeigefinger beider Hände zum Augensymbol, so wie es Martin Gore auf dem Cover der Single und im Video tut. Wie sieht die Welt aus, wenn man die Augen für immer schließt? „Mr Andrew Fletcher“, ruft Gahan am Ende des Stücks aus. Dass es Fletchs Lieblingssong war, wissen hier wohl die meisten.

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Für das Gemeinschaftsgefühl der Depeche-Mode-Fans bedarf es keiner großen Rede. Von Gahan hört man am Sonntagabend eigentlich nur „Düsseldorf!“, einmal fragt er „Das ist gut?“ auf Deutsch, aber die Frage ist selbstredend nur rhetorisch und ihr folgt prompt „Enjoy the Silence“, der Hit, bei dem zehntausend Verzauberte die Zeile mitsingen, dass Worte sehr unnötig sind.

Die dritte Zugabe führt zurück an den Anfang: „I just can’t get enough“, singt Dave Gahan und spielt noch einmal das junge Babyface des Jahres 1981, das nicht ahnt, wohin das Nicht-genug-kriegen-können führen wird. Jetzt will man nur noch mitsingen, ein Teil dieser Menge sein, Freak unter Freaks.

Zum Schluss rundet sich die Geschichte dieser Überlebenden, führt „Personal Jesus“ vom elektronischen Rheinufer ins bluesige Mississippi-Delta, von Kraftwerk zu Elvis, vom Synthie-Pop-Quintett zum Duo, das die Rockgeschichte neu geschrieben hat, als niemand mehr damit rechnen konnte. Ein denkwürdiger Abend.

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