
„Entsetzliche“ Misshandlungen – Ukrainische Kriegsgefangene laut UN monatelang gefoltert
Stand: 15.03.2024 | Lesedauer: 2 Minuten
Ukrainische Soldaten werden in russischer Gefangenschaft einem UN-Bericht zufolge monatelang gefoltert. Die Misshandlungen seien „entsetzlich“, systematisch und weitverbreitet, berichtete die Ukraine-Untersuchungskommission des UN-Menschenrechtsrates in Genf. Die Kriegsgefangenen wurden regelmäßig schwer misshandelt, sogar mit Elektroschocks gequält, teilweise an den Genitalien.
In ihrem neuesten Bericht schilderte die Kommission den Fall eines Mannes, dem in Gefangenschaft das Steißbein, Schlüsselbein und Zähne gebrochen wurden. Er berichtete den UN-Fachleuten, dass er so stark geschlagen wurde, dass er aus dem Anus blutete. In seiner Verzweiflung versuchte er sogar Selbstmord zu begehen und musste seit seiner Entlassung 36 Mal operiert werden.
Kriegsgefangene sollen Hunger leiden und Würmer essen
Laut dem Bericht wurden Kriegsgefangene etwa zwischen 9 und 15 Monaten in Russland und auf ausländischem Territorium festgehalten. Die Opfer mussten brutale Schmerzen und Leiden nahezu während ihrer gesamten Haftzeit ertragen. Neben den Misshandlungen litten sie auch unter Hunger und aßen aus Verzweiflung Würmer, Seife, Papier und Hundefutter.
Die Kommission stufte die Folter durch russische Armeeangehörige und Gefängnisbeamte als Kriegsverbrechen ein. Es wurden auch Folter und sexuelle Verbrechen an ukrainischen Zivilisten dokumentiert. Unter anderem wurde eine schwangere 42-jährige Frau und die 17-jährige Freundin ihres Sohnes von zwei russischen Soldaten vergewaltigt.
UN präsentiert neue Beweise für russische Kriegsverbrechen
Die fortgesetzten Angriffe des russischen Militärs auf zivile Gebäude und die Tötung von Zivilisten in der Ukraine wurden als Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht bewertet. Die Kommission äußerte Besorgnis über den anhaltenden Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten mit ziviler Infrastruktur durch die russischen Streitkräfte. Erik Møse wies darauf hin, dass die Truppen in Moskau die möglichen Schäden für die Zivilbevölkerung ignorierten.
Die Berichte enthüllten auch Menschenrechtsverletzungen durch staatliche Behörden, insbesondere an Personen, die verdächtigt wurden, mit den Russen zusammenzuarbeiten. Die Zivilisten waren Opfer von wahllosen Angriffen, die zu Verletzungen und der Zerstörung von zivilen Objekten, darunter Krankenhäuser und Kulturerbestätten, führten. Die Kommission prangerte diese Verbrechen als Verletzungen des Völkerrechts an.