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Rückgang der Krypto-Flüsse in Iran: Verunsicherung durch Hacks und Spannungen

"Kryptowährungen als Fluchtweg: Wie geopolitische Spannungen und Cyberangriffe das iranische Finanzsystem erschüttern"

Die Entwicklung der Kryptowährungsströme im Iran hat in den letzten Monaten alarmierende Wendungen genommen. Laut einer Analyse von TRM Labs sind die Einzahlungen in iranische Krypto-Börsen im Jahr 2025 um 11 % im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Dieser Rückgang ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, darunter geopolitische Spannungen mit Israel und eine massive Sicherheitsverletzung auf der größten Krypto-Plattform des Landes.

Geopolitische Spannungen: Rückgang der Transaktionsvolumina

Die Kryptowährungsflüsse im Iran schränkten sich besonders in den Monaten Juni und Juli stark ein. Dies fiel zeitlich mit der Eskalation der nuklearen Verhandlungen und einem 12-tägigen Konflikt mit Israel, der am 13. Juni begann, zusammen. Zudem kamen weitreichende Stromausfälle in Iran hinzu, die durch militärische und cybertechnische Operationen sowie durch Shutdowns des Regimes verursacht wurden. Diese anhaltenden Krisen führten dazu, dass viele Nutzer ihr Vertrauen in die lokalen Kryptodienstleister verloren.

Der Hack von Nobitex: Ein Wendepunkt

Ein weiterer entscheidender Faktor war der Hack der Krypto-Börse Nobitex am 18. Juni, der von der pro-israelischen Gruppe Predatory Sparrow durchgeführt wurde. Nobitex verwaltet 87 % der Kryptowährungstransaktionen in Iran, und die Sicherheitsverletzung führte zu erheblichen Störungen im Krypto-Handel. Nach dem Vorfall verloren viele Nutzer das Vertrauen in die Plattform, was die Liquidität weiter verringerte und dazu führte, dass viele von ihnen zu alternativen Plattformen wechselten.

Schwarze Liste von Tether: Einfluss auf den Marktzugang

Zusätzlich thematisierte eine Maßnahme von Tether, dem größten Stablecoin-Anbieter, ein großes Volumen iranischer Krypto-Tx. Am 2. Juli setzte Tether seine größte Sperrung von mit Iran verbundenen Mitteln in Kraft, indem 42 Krypto-Adressen blockiert wurden. Dies führte zu einem Kooperationsaufbau zwischen iranischen Börsen und Influencern, um Nutzer zu ermutigen, ihre USDT-Bestände auf dem TRON-Netzwerk, welches im Iran weit verbreitet ist, abzustoßen und auf den Dai (DAI) auf Polygon umzusteigen.

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Finanzielle Absicherung durch Stablecoins

Trotz des Rückgangs in den Krypto-Transaktionen bleibt die Nachfrage nach Stablecoins im Iran hoch. Viele Menschen nutzen diese digitalen Währungen als Wertspeicher, insbesondere angesichts der galoppierenden Inflation und der strengen internationalen Sanktionen, die das Land von der globalen Wirtschaft abschneiden. Iraner sehen in Stablecoins eine Möglichkeit, ihr Vermögen zu schützen und gleichzeitig die finanzielle Unabhängigkeit zu bewahren.

Politische Dimensionen der Krypto-Nutzung im Iran

Trotz aller Schwierigkeiten bleibt der Iran darauf angewiesen, Krypto für den Kauf sensibler Güter von chinesischen Anbietern zu verwenden, darunter Hardware für künstliche Intelligenz und Drohnentechnologie. Dies ermöglicht dem Land, die Sanktionen zu umgehen und kritisch benötigte Technologien zu importieren. Laut TRM zeigt dies, dass Iran die Kryptowährung zu politischen Zwecken weiterhin strategisch nutzt, obwohl illegale Transaktionen im Land nach wie vor weniger als 1 % des Gesamtvolumens ausmachen.

Die gegenwärtige Situation verdeutlicht, dass die Verbindung zwischen Krypto und geopolitischen Ereignissen komplex ist und die Zukunft der digitalen Währungen im Iran stark beeinflusst wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Dynamik weiterentwickelt und welche weiteren Auswirkungen sie auf die Gemeinschaft und die Wirtschaft des Landes haben wird.

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Sebastian Knell

Sebastian Knell – DeFi-Kolumnist - Sebastian analysiert dezentrale Finanzsysteme (DeFi) und erklärt, wie Blockchain-basierte Finanzlösungen funktionieren. Er hat Erfahrung im Bankwesen und Fintech und schreibt über Kreditprotokolle, automatisierte Handelsstrategien und smarte Verträge. Seine Artikel bieten klare Erklärungen für Anleger und Entwickler, die DeFi besser verstehen wollen.

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