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UK weitet Krypto-Berichtspflichten aus: Was das für Anleger bedeutet

"Neue Regeln und globale Trends: Wie die UK-Vorschriften auf internationale Entwicklungen reagieren und was das für Krypto-Investoren bedeutet"

Die britische Regierung hat bedeutende Änderungen im Bereich der Krypto-Berichterstattung angekündigt. Ab 2026 sind nationale Krypto-Plattformen verpflichtet, sämtliche Transaktionen von Nutzern mit Wohnsitz im Vereinigten Königreich zu melden. Dies stellt eine Erweiterung des Cryptoasset Reporting Framework (CARF) dar und wird weitreichende Konsequenzen für die Steuertransparenz und das Vertrauen in digitale Vermögenswerte haben.

Neue Regelungen und ihre Bedeutung

Die Einführung dieser Regelungen bedeutet, dass die britische Steuerbehörde, His Majesty’s Revenue and Customs (HMRC), erstmals automatisierten Zugang zu sowohl nationalen als auch grenzüberschreitenden Krypto-Daten erhält. Dies ist ein entscheidender Schritt, um die Steuercompliance zu stärken, insbesondere im Hinblick auf den ersten globalen Datenaustausch im Rahmen des CARF, der 2027 stattfinden soll.

Anpassungen für Krypto-Anbieter

Das CARF, das von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) entwickelt wurde, zielt auf den automatischen grenzüberschreitenden Austausch von Krypto-Transaktionsdaten ab. Laut einer aktuellen Richtlinienmitteilung von HMRC bezieht es sich hauptsächlich auf grenzüberschreitende Aktivitäten. Das bedeutet, dass Krypto-Transaktionen, die vollständig innerhalb des Vereinigten Königreichs stattfinden, nicht von den automatisierten Berichtskanälen erfasst werden.

Vermeidung von Steuervermeidung

Durch die Ausweitung des Frameworks auf domestische Nutzer möchte die Regierung verhindern, dass Krypto als eine Art „Offshore-Vermögensklasse“ genutzt wird. Solche Vermögenswerte würden außerhalb der Sichtbarkeit traditioneller Finanzkonten nach dem Common Reporting Standard (CRS) fallen. Dieser Schritt könnte dazu beitragen, die Integrität des Steuersystems zu wahren und nicht gemeldete Einkünfte zu reduzieren.

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Internationale Trends in der Krypto-Besteuerung

Der globale Trend zu einer restriktiveren Besteuerung von Krypto ist nicht auf das Vereinigte Königreich beschränkt. In Südkorea plant der nationale Steuerdienst, Kryptowährungen in kalten Wallets zu beschlagnahmen und Hausdurchsuchungen durchzuführen, wenn Verdacht auf Steuerhinterziehung besteht. In Spanien wurde ein Vorschlag präsentiert, die Höchststeuer auf Krypto-Gewinne auf 47% anzuheben. Solche Maßnahmen zeigen, dass Regierungen weltweit versuchen, den steuerlichen Rahmen für digitale Vermögenswerte klarer zu definieren.

Einheitlicher Ansatz für Berichterstattung

UK-Beamte betonen, dass der einheitliche Ansatz die Berichterstattung für Krypto-Unternehmen vereinfachen wird. Dies sollte es Steuerbehörden erleichtern, Daten zu erfassen und mögliche Fälle von Steuervermeidung aufzudecken, wodurch ein fairer Wettbewerb gefördert wird. Auch ein neues Steuermodell mit der Bezeichnung „no gain, no loss“, welches die Kapitalgewinne für Nutzer des dezentralen Finanzsektors (DeFi) bis zum Verkauf der zugrunde liegenden Token aufschiebt, wurde positiv aufgenommen.

Ausblick und Herausforderungen

Die kommenden Jahre werden entscheidend sein für die Umsetzung dieser Regelungen und die Überprüfung ihrer Effektivität. Es bleibt abzuwarten, wie Krypto-Unternehmen und Nutzer auf die bevorstehenden Änderungen reagieren werden, sowie welche weiteren Entwicklungen auf internationaler Ebene in Bezug auf Krypto-Besteuerung zu erwarten sind.

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Sebastian Knell

Sebastian Knell – DeFi-Kolumnist - Sebastian analysiert dezentrale Finanzsysteme (DeFi) und erklärt, wie Blockchain-basierte Finanzlösungen funktionieren. Er hat Erfahrung im Bankwesen und Fintech und schreibt über Kreditprotokolle, automatisierte Handelsstrategien und smarte Verträge. Seine Artikel bieten klare Erklärungen für Anleger und Entwickler, die DeFi besser verstehen wollen.

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