Vitalik Buterin fordert Erhöhung der Ethereum L1-Kapazität für Sicherheit
Vitalik Buterin erläutert, warum eine Erhöhung des Gaslimits entscheidend für die Sicherheit, Interoperabilität und Dezentralisierung von Ethereum bleibt.

Auf Einen Blick
- Vitalik Buterin fordert eine Erhöhung des Gaslimits von Ethereum trotz kürzlicher Anpassungen.
- Die aktuellen Herausforderungen beinhalten eine mögliche Überlastung der Ethereum-Netzwerk-Kapazitäten.
- Die nächste bedeutende Ethereum-Aktualisierung, Pectra, wird für den 8. April erwartet.
Buterin hebt die wichtige Rolle von L1 hervor
Vitalik Buterin, Mitbegründer von Ethereum, betont, dass eine höhere Kapazität auf der Layer-1 (L1) für Ethereum nach wie vor von grundlegender Bedeutung ist. In einem Blogbeitrag vom 14. Februar argumentierte er für eine weitere Erhöhung des Gaslimits, nachdem dieses kürzlich von 30 Millionen auf 36 Millionen angehoben wurde. Die Erhöhung des Gaslimits würde mehr Transaktionen pro Block ermöglichen, allerdings auch das Wachstum des Ethereum-Zustands beschleunigen, was die Anforderungen zum Betrieb eines vollständigen Knotens über die Zeit hinweg steigert.
Risiken der Abhängigkeit von zentralisierten Anbietern
Buterin warnte, dass hohe Ressourcenanforderungen dazu führen könnten, dass weniger Nutzer ihre eigenen Knoten betreiben. Dies könnte Ethereum stärker von zentralisierten Knotenanbietern abhängig machen und somit die Dezentralisierung der Plattform gefährden. Seine Argumente stützte er mit verschiedenen Szenarien und Berechnungen, die aufzeigen, dass eine Erhöhung des L1-Gaslimits auch für die Sicherheitsfunktionen sowie die Interoperabilität von Layer-2 (L2) Lösungen wichtig bleibt.
Die Rolle von L1 als Sicherheitsnetz
Zudem hob Buterin die Rolle des L1 als Sicherheitsnetz in Krisensituationen hervor. Er warnte, dass die aktuelle Kapazität von Ethereum möglicherweise nicht ausreiche, um massenhafte Abhebungen aus einem großen L2 zu bewältigen, sollte dieses unerwartet ausfallen. Er schätzte, dass Ethereum ohne Optimierungen mehrere Male – möglicherweise bis zu 9-fach – skalieren müsste, um die Anforderungen bei großflächigen Ausstiegen zu erfüllen.
Buterin wies auch auf die Interoperabilitätsproblematik zwischen L2s hin und erklärte, dass der Transfer von Vermögenswerten und nicht-fungiblen Token (NFTs) häufig über L1 geleitet werden muss. Dies führt zu hohen Kosten, die durch eine Skalierung der L1-Kapazität um etwa das 5,5-fache gesenkt werden könnten.
Sicherheitsbedenken bei ERC-20 Token
Ein weiteres Sicherheitsanliegen bezog sich auf die Emission von ERC-20-Token auf L2. Falls ein L2 mit einer feindlichen Governance-Änderung konfrontiert wird, könnte es theoretisch unbegrenzt Token prägen, was größeren Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem zur Folge haben könnte. Durch die Beibehaltung der ERC-20-Emission auf L1 können Projekte das Risiko von L2-basierten Exploits begrenzen.
Vorbereitung auf die nächste große Ethereum-Aktualisierung
Des Weiteren hat Ethereum mit hohen Gasgebühren und Netzwerküberlastung zu kämpfen, was Transaktionen kostspielig und ineffizient macht. Das Netzwerk hat eine rollup-zentrische Roadmap angenommen, die L2-Lösungen fördert, die Transaktionen offchain abwickeln und Ethereum für Sicherheitszwecke nutzen. Diese Strategie hat zwar zur Verringerung der Überlastung beigetragen, jedoch auch zu einem Rückgang der Gebühreneinnahmen für die Ethereum-Hauptkette geführt, die kürzlich zum ersten Mal seit September unter 1 Million Dollar gefallen sind.
Die nächste bedeutende Aktualisierung von Ethereum, Pectra, wird nun für den 8. April erwartet. Eine der wichtigsten Änderungen wird die Erhöhung der Zielanzahl von „Blobs“ – große Datenpakete, die die Skalierbarkeit verbessern – von drei auf sechs pro Block sein. Pectra wird auch einen mechanismus einführen, bei dem Staker über diese Änderung abstimmen, ähnlich wie Ethereum-Validatoren derzeit über Anpassungen des Gaslimits abstimmen.
Insgesamt zeigt Buterins Argumentation die Dringlichkeit und die vielschichtigen Herausforderungen, vor denen Ethereum steht, sowie die zentralen Maßnahmen, die ergriffen werden müssen, um sowohl die Effizienz als auch die Sicherheit des Netzwerks in der Zukunft zu gewährleisten.
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