Finanzberater in der Klemme: Klienten investieren schon in Krypto

Steigende Kluft zwischen Beratern und Investoren: Warum eine proaktive Haltung gegenüber Kryptowährungen unerlässlich ist.

Die wachsende Kluft zwischen Finanzberatern und Anlegern

In einer Zeit, in der Kryptowährungen immer beliebter werden, zeigt eine neue Studie, dass Finanzberater oft eine falsche Einschätzung des Interesses ihrer Kunden haben. Laut der Recherche von CoreData glauben 77 Prozent der Finanzberater, dass weniger als 5 Prozent ihrer Klienten in Kryptowährungen oder entsprechende ETFs investieren.

Dieser Glaube steht im krassen Gegensatz zu den Tatsachen: Bei einer direkten Befragung von australischen Investoren gaben 38 Prozent an, bereits Krypto-Assets zu besitzen. Diese Diskrepanz verdeutlicht, dass viele Berater nicht zu wissen scheinen, wie aktiv ihre Kunden in diesem Bereich sind.

Die Rolle der Selbstverwalteten Superfonds (SMSFs)

Die Studie hebt hervor, dass insbesondere Investoren mit Selbstverwalteten Superfonds (SMSFs) ein großes Interesse an Kryptowährungen zeigen. Olivia Long, die Gründerin und CEO von SMSFAI, betont, dass die Branche schnell handeln müsse, um diese Kluft zu überbrücken. Andernfalls könnten Investoren im zunehmend komplexen digitalen Anlageumfeld unzureichend unterstützt werden.

Kryptowährungen als Bestandteil diversifizierter Anlagestrategien

Long erklärt, dass viele SMSF-Investoren Kryptowährungen als Teil einer diversifizierten Anlagestrategie erkunden, oft ohne professionelle Anleitung. Dies liegt daran, dass viele Berater nicht in der Lage sind, diese Diskussion zu führen. Nur 11 Prozent der Beratungsunternehmen auf dem Markt listen Krypto-Assets oder Krypto-ETFs auf ihrer genehmigten Produktliste (APL), was es für viele Berater unmöglich macht, diese Themen anzusprechen oder Ratschläge zu geben.

Persönlicher Krypto-Besitz von Beratern

Interessanterweise zeigt die Forschung auch, dass 21 Prozent der Berater persönlich in Kryptowährungen investiert sind, während 13 Prozent erwägen, zu investieren. Dies deutet darauf hin, dass die Berater selbst den Wert dieser Anlageklasse erkennen, jedoch durch ihre beruflichen Vorgaben eingeschränkt sind.

Der Weg nach vorn: Unterstützung und Weiterbildung für Berater

Olivia Long fordert die Branche auf, den Wandel zu beschleunigen, um den Bedürfnissen der Investoren gerecht zu werden. „Es geht nicht darum, Krypto zu fördern, sondern zu erkennen, was SMSF-Investoren bereits tun und den Beratern die Werkzeuge und die Erlaubnis zu geben, sie mit fundierten und konformen Ratschlägen zu unterstützen“, erklärt sie.

Mit dem Wachstum von digitalen Asset ETFs, verbesserten Verwahrungslösungen und einer klareren regulatorischen Landschaft ist es an der Zeit, dass der Beratungssektor in diesem Bereich Kompetenz aufbaut.

„Krypto ist kein Randtrend mehr – es ist eine Hauptüberlegung für SMSFs,“ sagt Long und fragt abschließend: „Warum reden wir nicht schon längst darüber?“

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