JPMorgan bezweifelt Stabilitätsprognosen für Stablecoins bis 2028
Stabile Zukunft oder unerfüllte Erwartungen? JPMorgan analysiert die Herausforderungen für Stablecoins im Aufstrebenden Finanzmarkt.

Die Diskussion um Stablecoins ist aktueller denn je. JPMorgan hat kürzlich eine kritische Stellungnahme zum Wachstum und zur Verwendung dieser digitalen Währungen abgegeben, die unter anderem auf ihre begrenzte Akzeptanz hinweist.
Marktwachstum von Stablecoins: Chancen und Herausforderungen
Obwohl der Markt für Stablecoins in diesem Jahr um 23% auf einen Gesamtwert von 254 Milliarden Dollar gewachsen ist, äußert JPMorgan Bedenken hinsichtlich der tatsächlichen Nutzbarkeit. Die Bank stellt fest, dass die Mehrheit der Stablecoin-Anwendung immer noch an den Handel mit Kryptowährungen gebunden ist und eine breitere Verwendung im Zahlungsverkehr nur minimal vorhanden ist.
Key Faktoren: Adoption und Nutzung im Zahlungsverkehr
Aktuellen Schätzungen zufolge stammen nur rund 6% der Nachfrage nach Stablecoins, was etwa 15 Milliarden Dollar entspricht, aus tatsächlichen Zahlungsaktivitäten. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Vision, Stablecoins könnten traditionelle Währungen im Alltag ersetzen, noch weit entfernt ist.
Globale Trends: Der Einfluss der Regulierung
Vor wenigen Wochen verabschiedete der US-Senat den GENIUS Act, eine umfassende Legislatur zur Regulierung von Kryptowährungen, was Hoffnung auf mehr Klarheit in diesem Bereich schürt. Einige Experten, wie jene von Standard Chartered, gehen davon aus, dass der Markt für Stablecoins bis 2028 auf zwei Billionen Dollar anwachsen könnte. Doch JPMorgan sieht diese Prognosen als „weit übermäßig optimistisch“ an.
Differenzierte Ansichten: Der Stand von privaten Stablecoins
Trotz der fortschreitenden Entwicklung staatlich unterstützter digitaler Währungen, wie dem digitalen Yuan in China, bleibt die Akzeptanz privater Stablecoins limitiert. Die Bank betont, dass Vergleiche mit der Dominanz von Plattformen wie Alipay oder WeChat Pay nicht als Maßstab für den internationalen Erfolg von Stablecoins herangezogen werden können.
Schlussfolgerung: Ein langsamer Weg zur Etablierung
Die vorläufigen Einschätzungen von JPMorgan weisen darauf hin, dass die Geschichte der Stablecoins sich langsamer entfalten könnte als viele erwartet haben. Regulierungshürden, Infrastrukturmängel und begrenzte Nachfrage sind weiterhin wesentliche Faktoren, die das Potenzial des Marktes dämpfen können. Für Akteure im Finanzsektor bleibt es wichtig, diese Trends genau zu beobachten, um die zukünftige Relevanz von Stablecoins einzuschätzen.



