USA und Iran unterbrechen Angriffe – Märkte warten auf Montag

Waffenruhe ohne formellen Vertrag
Das US-Verteidigungsministerium bestätigte gegenüber CNN, dass die Luftoperationen pausiert wurden. Laut der Nachrichtenagentur AP hatte Washington die Angriffe bereits am Freitag eingestellt. Auch der Iran erklärte, seine Vergeltungsschläge gegen Golfstaaten und US-Interessen in der Region auszusetzen. Armeesprecher Amir Akraminia bestätigte dies am Sonntag mit den Worten: „Unsere Strategie war im Wesentlichen vergeltungsorientiert, wir haben unsere Vergeltungsoperationen ebenfalls eingestellt.“ Die New York Times berichtete zudem, dass US-Präsident Trump Pläne für eine umfassendere Militärkampagne zurückgestellt habe, da die Vorräte an Flugabwehrsystemen schwanden. General Dan Caine hatte laut CNN Bedenken hinsichtlich der Munitionsbestände geäußert.
Trotz der Deeskalation handelt es sich ausdrücklich um eine Pause und nicht um einen formellen Waffenstillstand. Das US-Zentralkommando CENTCOM bestätigte, dass die Seeblockade iranischer Häfen weiterhin in Kraft ist. Bis zum 25. Juli hatte CENTCOM demnach zwölf Handelsschiffe umgeleitet, die versucht hatten, die Blockade zu durchbrechen, zwei weitere Schiffe außer Gefecht gesetzt und zwei weitere geentert.
Krypto als einziges Marktbarometer am Wochenende
Während traditionelle Märkte geschlossen blieben, spiegelte der Kryptomarkt die geopolitischen Nachrichten als einziger in Echtzeit wider. Die gesamte Marktkapitalisierung aller digitalen Assets stieg am Sonntag auf 2,29 Billionen US-Dollar, ein Anstieg von 0,84 Prozent innerhalb von 24 Stunden. Rohöl der Sorte Brent war am Freitag um rund vier Prozent auf etwa 96,7 US-Dollar je Barrel gefallen, nachdem der Kurs am Donnerstag erstmals seit Mai wieder die Marke von 100 US-Dollar überschritten hatte.
Montag als entscheidender Test für die Märkte
Mit der Wiedereröffnung der Handelsplätze am Montag werden die ersten Kurse drei Tage geopolitischer Nachrichten einpreisen müssen. Besonders der Ölpreis gilt dabei als Richtungsweiser für risikobehaftete Anlagen. Steigende Rohölpreise erhöhen die Inflationserwartungen und beeinflussen damit die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve sowie die allgemeine Risikobereitschaft der Anleger.
Analysten mahnen jedoch zur Vorsicht bei voreiligen Schlüssen. Michael Singh vom Washington Institute for Near East Policy sagte gegenüber AP: „Wenn daraus eine mehrtägige Pause wird, wird das etwas Bedeutsames sein.“ Zusätzlichen Druck auf den Ölmarkt üben weiterhin die Huthi-Angriffe im Roten Meer aus. Der Waffenstillstand vom Juni ist nicht zurückgekehrt, und der Schiffsverkehr durch die Straße bleibt unterbrochen. Ob Händler die aktuelle Pause als dauerhaft oder lediglich als operativen Zwischenstopp bewerten, dürfte der Montag zeigen.



