Blockchain

Eine neue Ära der Betrugsmaschen: Ethereum und die Gefahren niedriger Transaktionsgebühren

Neue Möglichkeiten für Betrüger: Wie die Senkung der Gasgebühren Ethereum in ein Ziel für Massenangriffe verwandelt hat.


Auf Einen Blick

  • Nach dem Fusaka-Upgrade stiegen die täglichen Adressvergiftungsangriffe auf bis zu 510.000.
  • Die damit verbundenen finanziellen Verluste überstiegen 63 Millionen Dollar.
  • Der Rückgang der Transaktionsgebühren könnte sich negativ auf die Sicherheit der Nutzer ausgewirkt haben.

Eine neue Analyse zeigt, wie die jüngsten Änderungen im Ethereum-Netzwerk nicht nur die Transaktionskosten gesenkt, sondern auch komplexe Sicherheitsprobleme hervorgerufen haben. Die jüngsten Entwicklungen haben das digitale Finanzsystem für Betrüger geöffnet, die massenhaft Adressvergiftungsangriffe durchführen.

Der Einfluss des Fusaka-Upgrades

Das Fusaka-Upgrade, das im Dezember 2025 implementiert wurde, senkte die Gasgebühren um das Sechsfache. Diese Änderungen sollten den Zugang zum Ethereum-Netzwerk erleichtern, jedoch wurde damit ein wesentlicher Sicherheitsaspekt vernachlässigt. Andrey Sergeenkov, ein Blockchain-Forscher, führte eine umfassende Untersuchung durch und kam zu dem Ergebnis, dass Adressvergiftungsangriffe in der Folge extrem anstiegen.

Was ist Adressvergiftung?

Adressvergiftung ist eine Technik, bei der Angreifer kleine Transaktionen von Adressen senden, die den tatsächlichen Kontakten des Opfers ähneln. Dadurch kann das Opfer versehentlich das falsche Ziel auswählen und Geld verlieren. Dieses Vorgehen wird von Angreifern wie eine Lotterie betrachtet, bei der sie tausende kleiner Transaktionen senden, in der Hoffnung, dass einige davon erfolgreich sind.

Alarmierende Statistiken

Vor dem Fusaka-Upgrade wurden weniger als 30.000 dieser „Dust“-Transaktionen pro Tag durchgeführt. Nach dem Upgrade stieg die Zahl jedoch dramatisch auf bis zu 167.000 pro Tag, mit einem Höhepunkt von etwa 510.000 Transaktionen an einem einzelnen Tag im Januar. Innerhalb von nur zwei Monaten nach dem Upgrade verloren die Opfer über 63 Millionen Dollar – ein besorgniserregender Anstieg im Vergleich zu den vorangegangenen Perioden.

Siehe auch  Pepeto : Presale überschreitet 6,3 Millionen Dollar für Ethereum-Nutzer

Fachliche Einschätzung

Leon Waidmann, der Forschungsleiter bei Lisk, äußerte sich besorgt über die Divergenz zwischen der Nutzung von Ethereum und der Sicherheit des Systems. „Record usage. Record cheap. At the same time. The biggest divergence between fundamentals and price in all of crypto right now“, stellte er in einem Online-Beitrag fest.

Sicherheitspriorität versus Wachstum

Sergeenkov appelliert an die Ethereum Foundation, dass vor der Senkung der Gebühren die Sicherheitsprobleme erkannt und angegangen werden sollten. „Nutzeroberfläche und Sicherheit müssen höchste Priorität haben“, betonte er. Eine alleinerziehende Transaktion, bei der Angreifer 50 Millionen Dollar in USDT erbeuteten, verdeutlicht die Dringlichkeit dieser Herausforderung.

Die Entwicklungen nach dem Fusaka-Upgrade verdeutlichen, wie eine gut gemeinte Verbesserung im digitalen Finanzbereich langfristig gravierende Sicherheitsprobleme mit sich bringen kann. Die Herausforderung für Ethereum wird darin bestehen, ein Gleichgewicht zwischen Kosten und Sicherheit für alle Nutzer zu finden.

Florian Krug

Florian Krug – Blockchain-Kolumnist Florian schreibt über Blockchain-Technologie mit Fokus auf Netzwerke, Konsensmechanismen und Sicherheit. Mit einem Hintergrund in Informatik und Cybersicherheit analysiert er, wie sich neue Entwicklungen auf Skalierbarkeit und Datenschutz auswirken. Seine Artikel helfen Entwicklern, Investoren und Entscheidungsträgern, Blockchain besser zu verstehen.

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