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Hester Peirce betont das Recht auf Selbstverwahrung und finanzielle Privatsphäre

"Warum das Recht auf Selbstverwahrung von Krypto-Assets als Grundrecht betrachtet werden sollte"

Die Debatte um die Selbstverwahrung von Kryptowährungen hat in den letzten Wochen an Intensität gewonnen, angeführt von der SEC-Kommissarin Hester Peirce, die sich klar für die Rechte zur Selbstverwahrung und für finanzielle Privatsphäre ausgesprochen hat. Peirce bezeichnete Selbstverwahrung als ein fundamentales Menschenrecht und betonte die Wichtigkeit der Freiheit für Finanztransaktionen.

Die Stimmen der Skepsis

In einem kürzlich geführten Gespräch mit dem Podcast The Rollup äußerte Peirce ihr Unverständnis darüber, dass in einem Land, das auf Freiheit gegründet ist, die Selbstverwahrung ein kontroverses Thema sei. „Warum sollte ich gezwungen werden, meine Vermögenswerte über jemand anderen zu halten?“ fragte sie rhetorisch und unterstrich, dass es das Grundrecht jedes Einzelnen ist, über seine eigenen Vermögenswerte zu bestimmen.

Die Rolle der Blockchain und Privatsphäre

Peirce hob hervor, dass der Online-Finanzschutz der Standard sein sollte und nicht mit dem Verdacht der Unredlichkeit verbunden sein dürfe. „Es hat sich die Annahme etabliert, dass, wer seine Transaktionen privat halten möchte, etwas Falsches tut; das sollte genau umgekehrt sein,“ sagte sie. Diese Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Diskussion über den Digital Asset Market Structure Clarity Act, ein Gesetzentwurf, der Regelungen für Selbstverwahrung und Anti-Geldwäsche (AML) enthält, wegen Verzögerungen bis 2026 ins Stocken geraten ist.

Die Auswirkungen auf die Community

Die Marktlandschaft für Kryptowährungen verändert sich rasant. Dr. Martin Hiesboeck von der Krypto-Börse Uphold stellt fest, dass der Trend zur Selbstverwahrung seit 15 Jahren zum ersten Mal rückläufig ist. Dies geschieht, da viele Investoren, darunter große Bitcoin-Halter, beginnen, von der Selbstverwahrung auf Exchange-Traded Funds (ETFs) umzuschwenken. Die Genehmigung der SEC für den in-kind Austausch von Bitcoin in ETFs und umgekehrt hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt, da dies die steuerlichen Vorteile und das Management erleichtert.

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Die Äußerungen von Hiesboeck verdeutlichen, wie die Abkehr von der Maxime „Not your keys, not your coins“ als Zeichen des Wandels in der Krypto-Community interpretiert wird. Er bezeichnet diese Entwicklung als einen weiteren Schritt weg vom ursprünglichen Geist der Kryptowährung.

Der Aufschrei in der Bitcoin-Community

Ein prominentes Beispiel zeigt sich in der Reaktion von PlanB, einem bekannten Bitcoin-Analysten, der kürzlich angekündigt hat, seine Bitcoins in ETFs zu transferieren, um den „Aufwand“ der Verwaltung privater Schlüssel zu umgehen. Diese Entscheidung rief in der Bitcoin-Community gemischte Reaktionen hervor, da viele die Übergabe der Hospitation an Dritte als einen Widerspruch zu den grundlegenden Werten von Bitcoin ansehen.

Schlussfolgerung

Die Diskussion um die Selbstverwahrung von Kryptowährungen und die damit verbundenen Rechte spiegelt eine breitere gesellschaftliche Debatte über Freiheit und Privatsphäre wider. Während sich die Landschaft für digitale Vermögenswerte weiterentwickelt, könnte der Eindruck entstehen, dass grundlegende Prinzipien wie Selbstbestimmung und finanzielle Unabhängigkeit auf dem Spiel stehen. Die Herausforderungen und Chancen des Marktes müssen aufmerksam verfolgt werden, um die Stimmen der Community und der Regulierungsbehörden in Einklang zu bringen.

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Sebastian Knell

Sebastian Knell – DeFi-Kolumnist - Sebastian analysiert dezentrale Finanzsysteme (DeFi) und erklärt, wie Blockchain-basierte Finanzlösungen funktionieren. Er hat Erfahrung im Bankwesen und Fintech und schreibt über Kreditprotokolle, automatisierte Handelsstrategien und smarte Verträge. Seine Artikel bieten klare Erklärungen für Anleger und Entwickler, die DeFi besser verstehen wollen.

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