AFX tritt ins Perp-DEX-Rennen ein – wie unterscheidet es sich von Hyperliquid?

Hyperliquid dominiert den Markt
Der Markt für dezentrale Perpetual-Futures wird derzeit klar von Hyperliquid angeführt. Die Plattform verzeichnete ein 30-Tage-Volumen von rund 250,5 Milliarden US-Dollar und hält damit einen deutlichen Vorsprung vor der Konkurrenz. Regulatorische Schranken, etablierte Markenloyalität oder institutionelle Abhängigkeiten schützen diesen Vorsprung jedoch noch nicht vollständig, was erklärt, warum neue Wettbewerber wie AFX den Markteintritt wagen.
Technik und Positionierung von AFX
AFX ist als eigenständige Layer-1-Blockchain konzipiert, die sämtliche Handelsprozesse vollständig auf der Kette abbildet. Dazu gehören ein On-Chain-Orderbuch, On-Chain-Matching und -Settlement, eine mediane Latenz von 100 Millisekunden sowie gasfreie Ausführung mit MEV-Schutz und fairer Transaktionsreihenfolge. Das Ziel ist kompakt formuliert: Händlern soll Hyperliquid-ähnliche Geschwindigkeit und Liquidität geboten werden, jedoch mit einem größeren Anteil des Handelsprozesses direkt auf der Kette.
Im Vergleich zu anderen Plattformen unterscheidet sich AFX in der Grundarchitektur. Während dYdX auf einem Cosmos-basierten Appchain-Modell mit In-Memory-Orderbüchern setzt, verlagert AFX Auftragserteilung, Matching und Settlement vollständig auf die Kette. Im Gegensatz zu GMX, das auf gebündelte Liquidität und Oracle-Preisgebung setzt, nutzt AFX ein klassisches Orderbuch-Modell. Drift basiert auf Solana-Infrastruktur mit einem hybriden Modell aus AMM und Central-Limit-Orderbuch, während AFX eine eigene sovereign L1 bevorzugt.
Risikomanagement und Sicherheit
Die Qualität einer Perp-DEX zeigt sich vor allem in volatilen Marktphasen. AFX setzt dabei auf mehrere Sicherheitsmechanismen: manipulationsresistente Mark-Preise, die sowohl native Orderbuchdaten als auch externe Börsenfeeds berücksichtigen, gestaffelte Liquidationen, eine Backstop-Liquidität durch einen plattformeigenen Vault sowie gedeckelte Open-Interest-Limits je Markt. Das öffentliche Audit-Repository von Zellic führt ein AFX-Bridge-Audit vom Mai 2026 auf EVM-Basis auf, das eine externe Prüfung des Bridge-Bereichs dokumentiert.
Tokenomics und Anreizstruktur
Das Tokenmodell von AFX sieht ein Gesamtangebot von einer Milliarde Token vor, von denen 73 Prozent für die Community vorgesehen sind. Die Verteilung umfasst Protokollanreize mit 30 Prozent als größten Einzelposten, Genesis-Distribution mit 27 Prozent, die zum Zeitpunkt des Token-Generierungsereignisses vollständig freigeschaltet wird, sowie Ökosystem- und Community-Allokationen. Es gibt keine VC-Zuteilung und keine privaten Investitionsrunden. Core-Contributors erhalten 19 Prozent, ohne TGE-Unlock, mit einer einjährigen Sperrfrist und anschließend 36 Monaten linearer Freischaltung.
Das VIP-Programm für Vielhandler sieht eine Weitergabe von 30 bis 50 Prozent der Protokolleinnahmen an berechtigte Nutzer vor. Daneben bietet AFX sogenannte Agent Wallets, die automatisierten Strategien und KI-gestützten Handelssystemen granulare Berechtigungen für Auftragserteilung, Marginverwaltung und WebSocket-Datenzugang ermöglichen. Ob diese Anreize dauerhaft professionelle Händler binden können, wird letztlich von Ausführungsqualität, Liquiditätstiefe und der Stabilität des Systems in volatilen Marktphasen abhängen.



