Bitcoin-Wale in der Irre: Interne Transfers täuschen Märkte
"Wie interne Umstrukturierungen an den Börsen irreführende Signale über Krypto-Investitionen erzeugen"

Die Dynamik auf dem Bitcoin-Markt wird zunehmend von einem Missverständnis über interne Abläufe in Krypto-Börsen beeinflusst. Eine Analyse von Julio Moreno, dem Leiter Research beim Analyseunternehmen CryptoQuant, hat kürzlich ergeben, dass die vermeintlichen Käufe durch große Investoren, die sogenannten „Wale“, tatsächlich auf eine Umstrukturierung von Vermögenswerten innerhalb der Exchanges zurückzuführen sind.
Umstrukturierung der Krypto-Exchanges als Ursache
Moreno stellte fest, dass die untersuchten On-Chain-Signale oft den Eindruck erwecken, dass große Investoren Bitcoin in großem Maße ansammeln. In Wirklichkeit jedoch reorganisieren Krypto-Exchanges regelmäßig ihre digitalen Tresore, indem sie Guthaben von kleineren Einzahl-Adressen in größere Cold-Wallets transferieren. Dies kann für Marktbeobachter fälschlicherweise wie ein massiver Kauf von Bitcoin durch Wale aussehen.
Die tatsächlichen Käufe und Verkäufe dieser Investoren zeichnen ein anderes Bild: Im Dezember 2025 haben Bitcoin-„Wale“ und auch mittlere Investoren, auch als „Delfine“ bezeichnet, insgesamt mehr Coins verkauft als sie erworben haben.
Verkaufstrends unter großen Investoren
Die Bitcoin-Bilanz dieser Gruppen fiel von rund 3,2 Millionen Bitcoin auf knapp unter 2,9 Millionen, bevor sie sich leicht auf 3,1 Millionen erholte. Dies zeigt, dass auch Wallets der mittleren Größe, die 100 bis 1.000 Bitcoin halten, einen Rückgang auf 4,7 Millionen BTC hinnehmen mussten. Der Rückgang fiel mit einer volatilen Phase des Bitcoin-Kurses zusammen, der im Dezember 2025 von einem Höchststand von 94.297 USD auf ein Tief von 84.581 USD fiel.
Marktanalyse und Einfluss auf die Gemeinschaft
Die jüngsten Daten des Blockchain-Analyseunternehmens Glassnode belegen, dass die monatlichen Kapitalzuflüsse ins Bitcoin-Netzwerk Ende Dezember negativ wurden, was das Ende einer zweijährigen Phase durchgehend positiver Zuflüsse markiert. Parallel dazu verkaufen Langzeit-Investoren, die normalerweise in schwierigen Zeiten nicht verkaufen, nun ebenfalls mit Verlust.
Diese Entwicklungen signalisieren eine wachsende „Anleger-Müdigkeit“ und Kapitulation innerhalb der langfristig engagierten Investoren, die bisher als widerstandsfähig galten. Der Anstieg der realisierten Verluste überholt sogar die Rekordwerte von 2024.
Fazit und Ausblick
Insgesamt spiegelt die Situation auf dem Bitcoin-Markt eine breitere Tendenz wider, bei der nicht nur technische Missverständnisse zu irreführenden Signalen führen, sondern auch echte Herausforderungen für Investoren sichtbar werden. Die Umstrukturierungen der Exchanges verdeutlichen, wie wichtig es ist, die Hintergründe des Marktes zu verstehen, um informierte Entscheidungen treffen zu können. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, um das Verhalten der Anleger und die künftige Preisentwicklung nachzuvollziehen.



