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Bitcoins Erholung stößt auf Verkäufer – aber wie lange noch?

Makroökonomischer Rückenwind reicht nicht aus

Ausgangspunkt der jüngsten Erholung waren schwächer als erwartet ausgefallene Inflationsdaten aus den USA. Der Verbraucherpreisindex (CPI) sank im Juni saisonbereinigt um 0,4 Prozent, womit die jährliche Inflationsrate auf 3,5 Prozent fiel. Dies war der stärkste monatliche Rückgang seit April 2020. Auch der Erzeugerpreisindex (PPI) blieb mit einem Jahresanstieg von 5,5 Prozent unter der Konsensschätzung der Ökonomen von 6,2 Prozent. Infolgedessen sank laut aktuellen CME-FedWatch-Daten die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Juli auf 10,2 Prozent, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei 24,6 Prozent gelegen hatte. Trotz dieses makroökonomischen Rückenwinds konnte Bitcoin die Gewinne nicht halten.

Zwei Verkäufergruppen belasten die Erholung

Der Datenanbieter Glassnode identifizierte zwei Gruppen, die in die Kurserholung hinein verkauften. Auf der einen Seite stehen langfristige Halter, sogenannte Long-Term Holders (LTHs), die Positionen mit Verlust auflösen. Auf der anderen Seite befinden sich kurzfristige Halter, sogenannte Short-Term Holders (STHs), die nahe an lokalen Tiefpunkten gekauft hatten und nun Gewinne realisieren. Glassnode beschrieb die Situation so: „Zwei Kräfte verankern die Erholung gleichzeitig: 1. Käufer vom Zyklushoch reduzieren Verluste bei steigenden Kursen. 2. Käufer nahe lokaler Tiefs sichern Gewinne. Beide verkaufen in dieselbe Kurserholung hinein.“

Verkaufsdruck lässt strukturell nach

Trotz des kurzfristigen Drucks zeigen längerfristige Daten eine Entspannung. Glassnode stellt fest, dass der Anteil der langfristigen Halter am Gesamtverkaufsvolumen nicht mehr wächst. Was diese Gruppe derzeit verkauft, verkauft sie mit Verlust. Das Gewinnmitnahme-Volumen der LTHs ist laut Glassnode nahezu vollständig versiegt. Gleichzeitig hat die täglich realisierte Verlustmenge dieser Gruppe, bereinigt um interne Transfers, vor zwei Wochen ihren Höhepunkt erreicht und ist seitdem zurückgegangen. Glassnode hatte genau diesen Rückgang als Vorbedingung für eine nachhaltige Erholung bezeichnet.

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Akkumulation setzt ein, Bestätigung fehlt noch

Der Accumulation Trend Score von Glassnode zeigt, dass sowohl kleine als auch große Wallets bei den Juni-Tiefs breit akkumuliert haben. Auf der Derivateseite bauen Trader Short-Positionen ab. Allerdings fehlt bislang eine Bestätigung durch den Spotmarkt. US-amerikanische Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten am 14. Juli Zuflüsse von 181 Millionen US-Dollar und am 15. Juli von 108 Millionen US-Dollar, wie SoSoValue-Daten zeigen. Diese Zuflüsse müssen jedoch anhalten, um die Erholung zu stützen.

69.000 US-Dollar als entscheidende Marke

Glassnode benennt die Kostenbasiss der kurzfristigen Halter nahe 69.000 US-Dollar als nächsten entscheidenden Widerstand. „Die Short-Term-Holder-Kostenbasis nahe 69.000 US-Dollar, die Gewinnschwelle der jüngsten Käufer, ist der nächste Overhead-Widerstand. Dort ist eine starke Reaktion zu erwarten“, erklärte das Unternehmen. Ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marke würde der Erholung Raum geben. Eine erneute Ablehnung hingegen würde Bitcoin in seiner aktuellen Handelsspanne festhalten. Ob die Spot-Nachfrage stark genug ist, um den Kurs durch diese Schwelle zu tragen, werden die kommenden Handelssitzungen zeigen.

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