Blockchain und Klimaschutz: Emissionen transparent verifizieren
Blockchain-Technologie: Der neue Schlüssel zur Transparenz und Vertrauensbildung in der Lieferkette

Blockchain-Technologie: Vertrauen im Fokus
Die Blockchain-Technologie wandelt sich zunehmend von einem Instrument für den Handel mit Kryptowährungen zu einem entscheidenden Werkzeug, das Vertrauen schaffen und Informationen über Emissionen verifizieren soll. Die Diskussionen in der Branche konzentrieren sich auf wesentliche Themen wie die Lieferkette, ESG-Kriterien (Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung) sowie die Integrität von Daten. Hierbei rückt nicht mehr der Handel mit Coins in den Vordergrund, sondern die Glaubwürdigkeit der auf der Blockchain gespeicherten Informationen.
Der Einfluss der Scope 3-Emissionen
Unternehmen sehen sich wachsendem Druck ausgesetzt, die so genannten „Scope 3“-Emissionen zu messen. Diese indirekten Kohlenstoffemissionen sind mit Lieferanten, Logistik und der Nutzung von Produkten verbunden und machen häufig 70 bis 90 Prozent des gesamten ökologischen Fußabdrucks eines Unternehmens aus. Der große Nachteil besteht darin, dass die Berechnung dieser Emissionen äußerst kompliziert ist, was zu häufigen Konflikten zwischen den Lieferanten wegen der Datengenauigkeit führt.
Globale Emissionsverursacher: Die Rolle der Lieferketten
Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums verursachen acht globale Lieferketten mehr als 50 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen. Diese hohe Konzentration hat das Augenmerk auf die Beschaffungsnetzwerke gelenkt, die Hunderte oder sogar Tausende von Lieferanten umfassen. Für große Unternehmen wird die Abwesenheit konsistenter und vertrauenswürdiger Daten innerhalb dieser Netzwerke zu einem Risiko, das sowohl regulatorische als auch Reputationsfragen aufwirft.
Blockchain als Werkzeug zur Transparenz
Beratungsfirmen wie Deloitte beschreiben die Blockchain als ein gemeinsames digitales Hauptbuch, das es mehreren Parteien ermöglicht, Daten zu erfassen und einzusehen, ohne dass diese nachträglich bearbeitet werden können. Dies könnte theoretisch eine einzige vertrauenswürdige Informationsquelle für die Berichterstattung über Emissionen und Compliance-Audits schaffen. In der Praxis hängt der Wert jedoch vollständig von der Qualität der Daten und der Beteiligung aller Partner ab.
Erste Schritte in den Sektoren Einzelhandel und Logistik
Einzelhändler waren unter den ersten, die Blockchain-Technologie anwendeten. Ein Beispiel ist Walmart, das berichtete, dass die Rückverfolgbarkeit der Herkunft von US-Mango von fast sieben Tagen auf wenige Sekunden mit einem Blockchain-System gesenkt werden konnte. Ähnliche Fortschritte wurden im Schiffsverkehr verzeichnet, jedoch scheiterte Maersks TradeLens-Plattform, die globalen Logistik vereinfachen sollte, aufgrund unzureichender Akzeptanz in der Industrie.
Der Blick in die Zukunft: Blockchain als Geschäftsmodell
Entwickler bewerben Blockchain zunehmend nicht nur als technisches System, sondern auch als Geschäftsmöglichkeit. Einige argumentieren, dass Unternehmen ihre internen Verifizierungsprozesse „produzieren“ und anderen Zugang gegen Gebühr gewähren können. Tokenisierung, bei der digitale Vermögenswerte einen Bruchteil des Eigentums an physischen Gütern repräsentieren, wird ebenfalls untersucht und könnte helfen, durch direkte Einnahmen zu rechtfertigen.
Vertrauen und Governance: Ein notwendiger Balanceakt
Professor Kevin Werbach von der Wharton School beschreibt Blockchain als eine neue Vertrauensstruktur, die jedoch nicht als Ersatz für Governance dient. Regeln, Streitbeilegung und Verantwortlichkeit bleiben entscheidend. Erlaubte Blockchains, die auf verifizierte Teilnehmer beschränkt sind, dominieren derzeit die Unternehmenspiloten. Ob sie sich als dauerhafte Infrastruktur etablieren oder wie frühere Experimente in Vergessenheit geraten, hängt von langfristigem Engagement und Finanzierung ab.
Fazit: Blockchain zur Emissionsverfolgung nutzen
Die Blockchain-Technologie stellt einen vielversprechenden Ansatz zur Erfassung und Verfolgung von Emissionen dar. Indem sie manipulationssichere Aufzeichnungen erstellt und Lieferanten, Logistikanbieter sowie Käufer in ein gemeinsames Hauptbuch integriert, kann sie zur Verbesserung der Datenintegrität und zur Unterstützung bei der Einhaltung von ESG-Vorgaben beitragen. Mit ihrer Hilfe können Unternehmen nicht nur ihre ökologischen Auswirkungen transparenter gestalten, sondern auch ihre Reputation stärken und regulatorische Risiken minimieren.



