Frankreich sperrt Polymarket vor dem WM-Spiel um Platz 3

ANJ ordnet vollständige Sperrung an
Der Präsident der ANJ hat französische Internetanbieter angewiesen, Polymarket vollständig zu sperren. Die Behörde begründet die Maßnahme damit, dass die Plattform ein besonders großes Publikum anziehe und dabei ein illegales Glücksspiel- und Wettangebot bewerbe. Zusätzlich warnte die ANJ vor Manipulationsrisiken, die mit bestimmten Wetten auf der Plattform verbunden seien. Der Zeitpunkt ist brisant: Das öffentliche Interesse an Wetten rund um die WM-Begegnung zwischen den beiden Nationen ist derzeit besonders hoch.
Polymarket gerät europaweit unter Druck
Frankreich reiht sich mit dieser Entscheidung in eine wachsende Liste von Regulierungsbehörden ein, die gegen Polymarket vorgehen. Die Niederlande drohten dem Unternehmen bereits früher in diesem Jahr mit empfindlichen Bußgeldern. In den USA reichte der Generalstaatsanwalt von Kentucky eine Klage gegen Polymarket und den Konkurrenten Kalshi ein. Australien verschärfte unterdessen die Vorschriften für Glücksspielwerbung rund um Live-Sportübertragungen. Das Bild, das sich abzeichnet, ist das einer wachsenden Kluft zwischen vorsichtigen Regulierungsbehörden und einer Plattform, die auf Expansion setzt.
Polymarket sucht freundlichere Märkte
Während der Gegenwind in Europa zunimmt, wirbt Polymarket aktiv um Zulassungen in anderen Ländern. Berichten zufolge verfolgt das Unternehmen eine Genehmigungsstrategie in Japan und strebt bis 2030 eine Präsenz in Tokio an. Polymarket besteht darauf, dass seine Märkte der legitimen Preisfindung dienen und nicht als Glücksspiel einzustufen sind. Regulierungsbehörden dagegen verweisen auf potenzielle Verbraucherschäden und Manipulationsrisiken als zentrale Argumente für ihre restriktiven Maßnahmen.
Wettmärkte zeigen Frankreich als Favorit
Die regulatorischen Turbulenzen haben das Interesse an den Weltmeisterschaftsmärkten auf Polymarket nicht gedämpft. Der laufende Markt der Plattform bewertet Frankreich mit einem Preis von 67 Cent, was einer impliziten Gewinnwahrscheinlichkeit von rund 67 Prozent für die Equipe Tricolore entspricht. Der französische Sperrbescheid gilt nur im Inland und verhindert nicht, dass Nutzer aus anderen Ländern an den Märkten teilnehmen. Er sendet jedoch ein klares Signal, dass Regulierungsbehörden nicht länger bereit sind, darauf zu warten, dass Prognosemärkte sich selbst regulieren.
Ausblick: Anpassung oder Rückzug
Ob Polymarket sein Angebot für den französischen Markt anpassen oder das Land schlicht aufgeben wird, bleibt offen. Prognosemärkte funktionieren als dezentrale Wettbörsen, auf denen Nutzer mit Kryptowährungen auf den Ausgang realer Ereignisse setzen. Befürworter sehen darin ein Instrument zur kollektiven Informationsverarbeitung, Kritiker hingegen kaum mehr als eine neue Form des Glücksspiels. Wie die französische Entscheidung ausgeht, dürfte Präzedenzwirkung für andere europäische Märkte haben.



