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MiCA-Regeln lösen Kollaps niederländischer Kryptobörse aus

Fehlende MiCA-Lizenz als Auslöser

Knaken ermöglichte es Nutzern, Kryptowährungen zu kaufen, zu verkaufen und zu verwahren. Das Unternehmen hatte jedoch nie eine Lizenz bei der niederländischen Finanzmarktaufsicht AFM beantragt oder erhalten. Genau diese Lizenz ist seit Inkrafttreten der europäischen Kryptomarktverordnung MiCA, offiziell bekannt als Markets in Crypto-Assets Regulation, verpflichtend. Die Niederlande setzten die MiCA-Lizenzierungspflicht als eines der strengsten Länder der EU bereits zum 30. Juni 2025 durch. Knaken erfüllte diese Anforderung nie und stellte den Betrieb im Juni 2026 ein.

Die niederländische Staatsanwaltschaft beantragte daraufhin am 30. Juni beim zuständigen Gericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Begründung: Die Auszahlungen an Kunden seien eingestellt worden, und die Einlagen seien gefährdet. Das Gericht gab dem Antrag statt und bestellte einen unabhängigen Insolvenzverwalter, der die verbliebenen Vermögenswerte sichern und zurückfordern soll. Knaken selbst hatte argumentiert, ein Insolvenzverfahren sei unnötig, da die Kundengelder bereits in Sicherheit seien. Das Gericht folgte dieser Einschätzung nicht.

Verschwundene Gelder und strafrechtliche Ermittlungen

Parallel zum Insolvenzverfahren laufen strafrechtliche Ermittlungen. Die niederländische Finanzermittlungsbehörde FIOD durchsuchte am 29. Juni die Geschäftsräume von Knaken und beschlagnahmte Computer sowie Firmenvermögen. Verhaftungen gab es bislang nicht. Das Strafverfahren ist vom Insolvenzverfahren getrennt.

Knaken hatte für die Verwahrung von Kundengeldern eine separate rechtliche Einheit gegründet, die sogenannte Stichting Knaken Payments. Dieses Modell, bei dem Kundengelder in einer unabhängigen Stiftung gehalten werden, ist in den Niederlanden eine gängige Methode, um Kundenvermögen im Insolvenzfall vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen. Die Konstruktion funktioniert jedoch nur dann, wenn die Gelder tatsächlich vorhanden sind. Im Fall Knaken ist genau das offenbar nicht gesichert.

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Kaum Schutz für betroffene Kunden

Für die rund 30.000 betroffenen Kunden sind die Aussichten unsicher. Anders als Bankguthaben sind Kryptowährungen in den Niederlanden nicht durch staatliche Einlagensicherungssysteme geschützt. Wie viel die Betroffenen letztlich zurückerhalten, hängt allein davon ab, was der Insolvenzverwalter aufspüren und einfordern kann. Auszahlungen könnten Monate dauern, eine Garantie gibt es nicht.

Der Fall Knaken steht nicht allein. Die niederländische Aufsichtsbehörde AFM hatte bereits 2025 die Börse OKX wegen Verstößen gegen MiCA-Vorschriften mit einem Bußgeld belegt. MiCA schreibt lizenzierten Unternehmen vor, Kundengelder getrennt und sicher zu verwahren. Betreiber ohne Lizenz unterliegen diesen Pflichten nicht und bieten damit deutlich geringere Sicherheiten. Der Zusammenbruch von Knaken verdeutlicht, welche Risiken entstehen, wenn Plattformen die regulatorischen Anforderungen ignorieren und Kunden ihre Coins nicht in eigener Verwahrung halten.

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