Hier sind einige Optionen, von formal bis griffig:Kein Gehalt nötig: Wie X Meta-Talente mit Snacks abwirbt

Nikita Bier, Produktchef bei X (ehemals Twitter), hat diese Woche öffentlich Meta-Mitarbeiter abzuwerben versucht. Mit einem provokanten Recruiting-Post auf der eigenen Plattform richtete er sich gezielt an Beschäftigte, die er als „vernachlässigt“ bezeichnete, und versprach ihnen unter anderem ein besseres Snack-Budget als bei ihrem bisherigen Arbeitgeber.
Stimmungstief bei Meta öffnet Tür für Konkurrenten
Der Hintergrund: Bei Meta herrscht laut internen Berichten eine außergewöhnlich schlechte Stimmung. Meta-CTO Andrew Bosworth räumte in einem internen Gespräch ein, dass die Mitarbeiterzufriedenheit so niedrig sei wie selten zuvor. Im Mai 2026 hatte das Unternehmen rund 8.000 Stellen gestrichen, was etwa zehn Prozent der gesamten Belegschaft entspricht. Zusätzlich wurden rund 7.000 weitere Mitarbeiter zwangsweise in KI-Einheiten versetzt, ohne nennenswerten Einfluss auf diesen Wechsel zu haben.
Besonders die im März 2026 gegründete Abteilung „Applied AI“ sorgte intern für Unmut. Sie übernahm rund 6.500 Ingenieure und Produktmanager, die kaum in diese Entscheidung einbezogen wurden. Auf internen Foren beschrieben Mitarbeiter die Unternehmenskultur als „tot und deprimierend“. Manche verglichen die Zustände mit einem Arbeitslager.
Bier zielt auf das Snack-Budget als Symbol
Genau in diese Lücke stieß Bier mit seiner öffentlichen Ansprache. Er kündigte offene Stellen bei X für Web-Ingenieure, Dateningenieure und Data Scientists an. Statt mit Gehaltszahlen zu werben, griff er bewusst das Snack-Budget auf, jenes Nebenleistungspaket, das Meta als schnelle Reaktion auf den Stimmungseinbruch aufgestockt hatte. Bier versprach, dieses Budget zu egalisieren oder sogar zu übertreffen. Der Seitenhieb war offensichtlich: Wenn ein Unternehmen der Größe Metas mit Knabbereien auf eine Moralekrise reagiert, bietet das eine einfache Angriffsfläche für Mitbewerber.
Sein Tweet dazu im Wortlaut: „Vernachlässigte Meta-Mitarbeiter: X stellt Web- und Dateningenieure sowie Wissenschaftler ein. Wir werden jedes Snack-Budget-Angebot erreichen oder übertreffen.“
Bier kein Unbekannter in der Meta-Debatte
Nikita Bier ist nicht zum ersten Mal in Debatten rund um Meta aktiv. Er hatte zuvor öffentlich Mark Zuckerberg verteidigt, nachdem ein Whistleblower-Dokumentarfilm für Kritik gesorgt hatte. Das zeigt ein Muster: Bier mischt sich bewusst in öffentliche Diskussionen über Metas Führung und Unternehmenskultur ein und nutzt diese Bühne strategisch.
Branche unter Druck: Prognosen für weitere Entlassungen bleiben hoch
Die Lage bei Meta spiegelt eine breitere Unsicherheit in der Tech-Branche wider. Auf der Prognoseplattform Polymarket liegt die Wahrscheinlichkeit weiterer Tech-Entlassungen im Jahr 2026 derzeit bei 67 Prozent. Metas Stellenabbau gilt dabei als einer der zentralen Faktoren, die Händler auf dieser Plattform anführen. Ob Biers Recruiting-Offensive tatsächlich nennenswert Fachkräfte von Meta zu X zieht, bleibt abzuwarten. Der PR-Effekt ist jedoch bereits eingetreten.
