Globale INTERPOL-Razzia deckt Krypto-Geldwäsche hinter Liebesbetrug auf

Massenaktion mit globaler Reichweite
Im Rahmen der Operation identifizierten die Ermittler mehr als 142.000 Opfer und ließen 31.014 Bankkonten einfrieren, die mit betrügerischen Aktivitäten in Verbindung stehen. Insgesamt wurden 23.715 Fälle abgeschlossen, während die Behörden 99 Hinweise und Diffusionen herausgaben. INTERPOL betonte, dass Social-Engineering-Betrug und Finanzkriminalität zu einer ernsten transnationalen Bedrohung für Einzelpersonen, Unternehmen und Regierungen weltweit geworden seien.
Tomonobu Kaya, Direktor des INTERPOL Financial Crime and Anti-Corruption Centre, erklärte dazu: „Social Engineering Scams stellen weiterhin eine erhebliche Bedrohung für unsere Gesellschaft dar. Kriminelle Syndikate nutzen die menschliche Psychologie aus, um ihre Opfer zu manipulieren, und kein Land kann sicher bleiben, solange nicht alle Länder gemeinsam und entschlossen dagegen vorgehen.“
Krypto-Geldwäsche im Zentrum der Ermittlungen
Besonders aufsehenerregend war ein Fall aus Thailand, wo die Polizei zwei Verdächtige im Zusammenhang mit einem Krypto-Geldwäscheschema festnahm. Die Täter nutzten sogenannte Cross-Chain-Token-Swaps, um Transaktionsspuren zwischen verschiedenen Blockchains zu verwischen. Ein 20-jähriger Verdächtiger soll dabei über sein Wallet innerhalb von nur zehn Monaten mehr als 122,5 Millionen US-Dollar aus Romance-Scams abgewickelt haben. Cross-Chain-Swaps ermöglichen den Tausch von Kryptowährungen über verschiedene Blockchain-Netzwerke hinweg und gelten als besonders schwer rückverfolgbar, da sie keine zentrale Vermittlungsstelle benötigen.
Weitere Festnahmen in mehreren Ländern
Die Operation erstreckte sich auf zahlreiche weitere Länder mit konkreten Ergebnissen:
- In Palau wurden 22 Personen abgeschoben, die in hotelbasierte Betrugszentren verwickelt waren und dabei auf Kryptowährungen sowie illegale Glücksspielseiten setzten.
- In Eswatini nahmen die Behörden 82 Personen fest und zerschlugen ein Netzwerk aus illegalem Glücksspiel, Geldwäsche und Identitätsbetrug.
- Singapur und Oman nutzten gemeinsam das INTERPOL-System I-GRIP, um eine Überweisung von 6,6 Millionen US-Dollar zu blockieren, die mit einem Business-Email-Compromise-Betrug in Verbindung stand.
Internationale Zusammenarbeit als Schlüssel
Die Fälle verdeutlichen die wachsende Rolle von Kryptowährungen bei grenzüberschreitenden Betrugs- und Geldwäschesystemen. Sie zeigen gleichzeitig, wie stark Strafverfolgungsbehörden mittlerweile auf internationale Kooperation angewiesen sind, um illegale Geldflüsse zu verfolgen, kriminelle Netzwerke zu zerschlagen und Betrugsmaschen zu unterbinden, die sich über mehrere Jurisdiktionen hinweg erstrecken. Die Ergebnisse der Operation First Light 2026 dürften die Diskussion über schärfere Regulierung von Krypto-Transaktionen weiter befeuern.



