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Tech-Aktien vor Intel-, Tesla- und Alphabet-Zahlen verkaufen: Schlägt der Inverse-Cramer-Effekt an?

Cramer setzt auf Industrie und Finanzen statt Tech

Statt in Technologiewerte zu investieren, lenkt Cramer frisches Kapital nach eigenen Angaben in Industrieunternehmen und Finanzwerte. Als konkrete Alternativen nannte er FedEx, Honeywell Aerospace und Goldman Sachs. Diese Sektoren hält er in der aktuellen Marktkorrektur für robuster. Für Technologieaktien empfiehlt er dagegen vorerst Zurückhaltung, bis die Ergebnisse der großen Konzerne mehr Klarheit bringen.

Der Inverse-Cramer-Effekt: Ein Muster mit Geschichte

Die Skepsis gegenüber Cramers Einschätzungen hat eine konkrete Grundlage. Am 15. Juli bezeichnete er Intel als seinen bevorzugten Chipwert. Wenige Stunden später verlor die Aktie rund 8 Prozent, obwohl der Chiphersteller ASML zeitgleich einen Produktionsmeilenstein bestätigte. Ein ähnliches Muster zeigte sich bei Nike: Nachdem Cramer die Aktie öffentlich empfohlen hatte, brach der Kurs um 15 Prozent ein. Diese Vorfälle haben an der Wall Street einen Running Joke etabliert, wonach Händler mit Wetten gegen Cramers Empfehlungen systematisch besser fahren als mit dem Befolgen seiner Ratschläge. Zuletzt rief Cramer trotz eines breiten Ausverkaufs bei KI-Chipaktien zum Kauf von Nvidia-Aktien auf.

Drei Quartalsergebnisse als Stresstest

Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob Cramers Tech-Warnung Bestand hat. Alphabet und Tesla berichten beide am Mittwoch, dem 22. Juli, nach Börsenschluss ihre Ergebnisse. Intel folgt am Donnerstag, dem 23. Juli.

Was Analysten erwarten

  • Alphabet: Analysten rechnen mit einem Gewinn von 2,87 US-Dollar je Aktie, ein Plus von 24,2 Prozent im Jahresvergleich. Für Google Cloud wird ein Umsatz von 22,79 Milliarden US-Dollar erwartet, was einem Anstieg von 67,3 Prozent entspräche.
  • Tesla: Das Unternehmen lieferte im vergangenen Quartal 480.126 Fahrzeuge aus und übertraf damit die Schätzungen deutlich. Analysten erwarten einen Umsatz von rund 25,81 Milliarden US-Dollar sowie einen Gewinn von 0,50 US-Dollar je Aktie. Die Aktie wird derzeit mit dem 177-fachen des erwarteten Jahresgewinns bewertet, der höchste Multiplikator unter den Mega-Cap-Werten.
  • Intel: Erwartet wird ein Gewinn von rund 0,21 US-Dollar je Aktie nach einem Verlust von 0,10 US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz soll bei etwa 14,4 Milliarden US-Dollar liegen, ein Anstieg von rund 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
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Ausblick: Tech-Erholung oder Cramers Recht?

Einzelne Analysten sehen bereits eine Grundlage für einen Aufwärtstrend bei Chipaktien, sofern Alphabets Cloud- und KI-Hardware-Zahlen die Erwartungen übertreffen. Sollten alle drei Unternehmen mit starken Ergebnissen reagieren und ihre Aktien steigen, wäre Cramers Ausstieg aus dem Technologiesektor verfrüht. Scheitern sie hingegen an den Erwartungen, bekommt seine Rotationsstrategie nachträglich Recht, und der Inverse-Cramer-Effekt bleibt vorerst außen vor.

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