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Bitcoin steigt über 65.000 Dollar: Ist das Schlimmste vorbei?

Bescheidene Erholung nach Rekordabflüssen

In der vergangenen Woche flossen 75,7 Millionen US-Dollar in die US-Spot-Bitcoin-ETFs, nach 197,4 Millionen Dollar in der Vorwoche. Doch die Relation verdeutlicht, wie begrenzt die Erholung bislang ist: Die seit Anfang Juli zurückgewonnenen 273,1 Millionen Dollar entsprechen lediglich 3,3 Prozent der 8,2 Milliarden Dollar, die in den acht Wochen zuvor abgezogen wurden. Der Juni war dabei der schlechteste Monat seit Auflegung der Produkte, mit Abflüssen von 4,5 Milliarden Dollar. Damit wurde der bisherige Rekord aus dem Februar 2025 von 3,56 Milliarden Dollar deutlich übertroffen. Allein der iShares Bitcoin Trust (IBIT) von BlackRock war für knapp 79 Prozent der Juni-Abflüsse verantwortlich.

Auch innerhalb der zuletzt positiven Woche verlief die Entwicklung unruhig. Am Montag allein verließen 424,7 Millionen Dollar die Fonds, der größte Tagesabfluss seit dem 26. Juni, ausgelöst durch erneut aufgeflammte militärische Spannungen zwischen den USA und dem Iran. In den darauf folgenden vier Handelssitzungen kehrten die Käufer jedoch zurück. Das Gesamtvermögen der Bitcoin-ETFs liegt laut Daten von SoSoValue derzeit bei rund 77 Milliarden Dollar, gegenüber mehr als 104 Milliarden Dollar Mitte Mai.

Analyse: Gold als Blaupause oder Nullwachstum?

Eric Balchunas, leitender ETF-Analyst bei Bloomberg Intelligence, zieht einen Vergleich mit dem Goldmarkt. Er verweist auf GLD, den ersten in den USA gelisteten Gold-ETF, der 2011 kurzzeitig der weltgrößte ETF war. Das verwaltete Vermögen fiel danach von rund 76 Milliarden auf 22 Milliarden Dollar. Heute hält GLD knapp 190 Milliarden Dollar. Jeder Zyklus habe dabei ein neues Hoch gesetzt. Auch IBIT habe im vergangenen Oktober die 100-Milliarden-Marke überschritten, bevor Bitcoin um rund 48 Prozent von seinem Höchststand bei 126.080 Dollar zurückfiel.

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„Bitcoin-ETFs folgen möglicherweise demselben Skript: spektakuläre Gewinne, schmerzhafte Rückgänge und Erholungen, die die Geduld der Anleger auf die Probe stellen könnten“, schrieb Balchunas und beschrieb das Muster als zwei Schritte vor und einen zurück.

Die Citigroup bewertet die Lage deutlich skeptischer. Die Bank senkte am 1. Juli ihr Zwölf-Monats-Kursziel für Bitcoin zum wiederholten Mal, von 112.000 auf 82.000 Dollar. Das ursprüngliche Ziel hatte bei 143.000 Dollar gelegen. Für die nächsten zwölf Monate erwartet Citi keine ETF-Nettozuflüsse, begründet mit stockenden US-Kryptogesetzen und schwacher institutioneller Nachfrage. BlackRock-Chef Larry Fink sieht das anders und erklärt den Ausverkauf angesichts der wieder positiven Zuflüsse für beendet.

Ausblick: Wochendaten oder Mehrjahreszyklus?

Bitcoin notiert laut Krypto news-Marktdaten bei rund 65.261 Dollar, ein Plus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vortag und 5,2 Prozent auf Wochensicht. Wöchentliche Flussdaten werden weiter Schlagzeilen bestimmen. Die Geschichte des Goldes legt jedoch nahe, dass Mehrjahreszyklen und nicht einzelne Wochenwerte über die nächste große Bewegung bei Bitcoin entscheiden könnten. Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Anleihemärkte, die ein erneutes Zinserhöhungsrisiko seitens der US-Notenbank einpreisen.

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