TSMC hebt Umsatzprognose 2026 an: Was das für die KI-Chipnachfrage bedeutet

Rekordgewinn im zweiten Quartal
TSMC erzielte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 706,56 Milliarden Taiwanesischen Dollar, was einem Anstieg von 77,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Analysten hatten lediglich 632,6 Milliarden Taiwanesische Dollar erwartet. Gegenüber dem Vorquartal legte der Gewinn um 23,4 Prozent zu. Es war bereits das fünfte Quartal in Folge mit einem neuen Rekord. Der Umsatz erreichte 1,27 Billionen Taiwanesische Dollar, umgerechnet rund 40 Milliarden US-Dollar, was einem Jahresanstieg von 36 Prozent entspricht. Die Bruttomarge lag bei 67,7 Prozent und übertraf damit die eigene Prognose des Unternehmens. Der Juni war dabei der stärkste Einzelmonat des Quartals mit einem Umsatz von 442,68 Milliarden Taiwanesischen Dollar.
Erhöhte Investitionen und neue Prognosen
Auf Basis der starken Quartalszahlen hob TSMC auch seine Investitionspläne deutlich an. Das Unternehmen plant für 2026 Kapitalausgaben zwischen 60 und 64 Milliarden US-Dollar. Die vorherige Obergrenze hatte bei 56 Milliarden US-Dollar gelegen, was einem Anstieg von bis zu 14 Prozent entspricht. Zusätzlich kündigte TSMC weitere Investitionen von 100 Milliarden US-Dollar in Chipfabriken im US-Bundesstaat Arizona an. Dies kommt zu den bereits angekündigten 165 Milliarden US-Dollar hinzu, die für Fertigungsstandorte dort vorgesehen sind. Für das dritte Quartal erwartet TSMC einen Umsatz zwischen 44,6 und 45,8 Milliarden US-Dollar.
Was die Prognose für die KI-Chipnachfrage bedeutet
Die erhöhte Guidance sendet ein klares Signal an den gesamten Halbleitermarkt. Analysten zufolge ist die Nachfrage nach TSMCs 3-Nanometer- und 2-Nanometer-Fertigungsprozessen weiterhin robust. Auch das Interesse an der CoWoS-Packaging-Technologie des Unternehmens bleibt hoch. Da TSMC die fortschrittlichsten KI-Chips produziert, gilt die doppelte Anhebung als positives Signal für Kunden wie Nvidia und AMD sowie weitere Chip-Designer.
TSMC-Verwaltungsratsvorsitzender C.C. Wei kommentierte die Arizona-Investitionen wie folgt: „Dies dient dem Bau mehrerer oder weiterer Halbleiter-Logikwaferfabriken für 2-Nanometer-Massenproduktion sowie fortschrittlicher Packaging-Fabriken, um die starke mehrjährige Nachfrage unserer führenden US-Kunden zu bedienen.“
Risiken bei hoher Kapazitätsauslastung
Die ambitionierten Investitionspläne sind nicht ohne Risiko. Sollten die KI-Ausgaben der großen Technologiekonzerne nachlassen, würde TSMC dies mit Verzögerung spüren, da das Unternehmen auf dem Höhepunkt seiner Auslastung zusätzliche Kapazitäten aufbaut. Der nächste wichtige Prüfstein wird das dritte Quartal sein. Dessen Ergebnisse werden zeigen, ob das angestrebte Umsatzniveau von rund 45 Milliarden US-Dollar gehalten werden kann.



