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Nato-Pipeline angezapft: Bande verkaufte Kerosin an Auto-Tankstellen

Kriminalität

Aktualisiert am 03.10.2023, 15:13 Uhr

© dpa / Boris Rössler

Die Nato hat Ermittlungen zu einem Treibstoffdiebstahl aus ihrem Pipeline-System CEPS bestätigt. Der spektakuläre Fall liegt schon mehrere Jahre zurück, erst jetzt kommen aber Details und Licht.

Aus einem Pipeline-System der Nato sind Ende des vergangenen Jahrzehnts große Mengen an Kerosin gestohlen worden, die dann über Tankstellen an unwissende Autofahrer verkauft wurden. Wie eine Sprecherin des Verteidigungsbündnisses jetzt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, hatten Kriminelle für den Diebstahl in einem Feld unweit der belgisch-französischen Grenze eine der Röhren des Leitungssystems angezapft. Die Tat wurde im Juni 2019 entdeckt. Es handelt sich um etwa 800.000 Liter Flugzeug-Treibstoff, die gestohlen wurden.

Über umfangreiche Ermittlungen zu dem Fall in Italien hatte vor einigen Tagen erstmals die Finanzpolizei in Rimini berichtet. Ihren Angaben zufolge wurde das gestohlene Kerosin von einer dort ansässigen Bande nach Italien gebracht und dort illegal an unwissende Autofahrer weiterverkauft. Ob Schäden an Fahrzeugen entstanden sind, war zunächst nicht bekannt. Die italienische Polizei gab die Menge des gestohlenen Treibstoffs sogar mit rund 900.000 Litern an.

Die angezapfte Pipeline ist Teil des Nato-Verteidigungssystems

Besonders brisant ist der Fall, weil das angezapfte zentraleuropäische Pipelinesystem (CEPS) ein wichtiger Teil des Nato-Verteidigungssystems ist. Es erstreckt sich über Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg und die Niederlande und soll jederzeit den Bedarf des Bündnisses an Erdölzeugnissen decken können.

Die Pipeline verbindet unter anderem Luftwaffenstützpunkte wie die im rheinland-pfälzischen Ramstein und Büchel mit Speicheranlagen, Pumpstationen und Einspeisepunkten.

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Um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten und die Auslastung der Pipeline zu erhöhen, wird das System allerdings auch für den Transport und die Lagerung von Kerosin für nicht-militärische Kunden genutzt. Nach Angaben der Nato versorgt es daher auch die großen Zivilflughäfen in Brüssel, Frankfurt, Luxemburg, Amsterdam und Zürich.

Drei Unternehmer und mehrere Dutzend Mittelsmänner beteiligt

Verantwortlich für den Export von gestohlenem Treibstoff nach Italien soll nach Angaben der Finanzpolizei von Rimini eine kriminelle Vereinigung sein, die von drei Unternehmern angeführt wurde. Diese ließen das gestohlene Kerosin nach Italien bringen, um es dort über Kraftstoffhändler an ahnungslose Kunden zu verkaufen. Vor dem Verkauf wurde der Treibstoff in einem illegalen Lager gelagert und dort mit Diesel und Öl gestreckt.

Im Zuge der Ermittlungen konnten neben den drei Unternehmern mehrere Dutzend Mittelsmänner aufgespürt werden, die am Kerosin-Verkauf in verschiedenen italienischen Regionen beteiligt waren. Im Laufe der Ermittlungen wurden zudem unter Anwendung von Anti-Mafia-Vorschriften Vermögenswerte in Höhe von mehreren Millionen Euro beschlagnahmt.

Fünf Personen sind bereits schuldig gesprochen worden

Die Sprecherin der zuständigen Nato-Agentur NSPA betonte, dass seit dem Diebstahl im Jahr 2019 kein weiterer Fall bekannt gegeben wurde. Es gibt ein mehrschichtiges Sicherheitssystem, um das rund 5.300 Kilometer lange CEPS-Netzwerk zu schützen, sagte sie.

Die beteiligten Mitgliedstaaten tun alles dafür, um einen weiteren Diebstahl weitestgehend auszuschließen. Im Zusammenhang mit der 2019 entdeckten Tat wurden bereits fünf in Belgien festgenommene Personen schuldig gesprochen. Andere gerichtliche Verfahren dauern jedoch noch an. (dpa/ari)

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Fragen und Antworten zum Thema "Kriminalität":

Frage 1: Wurde der Treibstoffdiebstahl aus dem Nato-Pipeline-System aufgeklärt?

Antwort 1: Ja, der Diebstahl wurde im Jahr 2019 entdeckt und es wurden bereits fünf Personen in Belgien festgenommen und schuldig gesprochen. Weitere gerichtliche Verfahren laufen noch.

Frage 2: Wie viel Treibstoff wurde gestohlen?

Antwort 2: Es wurden etwa 800.000 Liter Flugzeug-Treibstoff gestohlen, laut Angaben der Nato-Sprecherin. Die italienische Polizei gibt sogar eine Menge von rund 900.000 Litern an.

Frage 3: Welche Rolle spielt das angezapfte Pipeline-System in der Nato-Verteidigung?

Antwort 3: Das Pipeline-System (CEPS) ist ein wichtiger Teil des Nato-Verteidigungssystems und verbindet Luftwaffenstützpunkte wie Ramstein in Deutschland mit Speicheranlagen und Einspeisepunkten. Es soll den Bedarf des Bündnisses an Erdölzeugnissen decken.

Frage 4: Wie wurde der gestohlene Treibstoff weiterverkauft?

Antwort 4: Der gestohlene Treibstoff wurde nach Italien gebracht und illegal an ahnungslose Autofahrer verkauft. Er wurde vor dem Verkauf in einem illegalen Lager mit Diesel und Öl gestreckt.

Frage 5: Gibt es Sicherheitsmaßnahmen, um weitere Diebstähle zu verhindern?

Antwort 5: Ja, die Nato hat ein mehrschichtiges Sicherheitssystem, um das Pipeline-Netzwerk zu schützen. Die beteiligten Mitgliedstaaten tun ihr Bestes, um weitere Diebstähle auszuschließen.

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