45.000 Polymarket-Märkte verzeichneten null Handelsvolumen, zeigt CNBC-Analyse

Stark verzerrte Volumenverteilung auf Polymarket
Für die Analyse zog CNBC die Daten aus Polymarkets Gamma-API, die das nominale Volumen auf beiden Seiten jedes Handels erfasst. Das Ergebnis ist eine extrem schiefe Verteilung: Weniger als zehn Prozent der geschlossenen Märkte erzielten ein gemeldetes Volumen zwischen 100.000 und einer Million US-Dollar. Die große Masse der Märkte blieb weit darunter. Auch der Konkurrent Kalshi verzeichnete laut der Analyse eine erhebliche Anzahl handelsarmer Märkte, wobei die Daten dort auf Grundlage von On-Chain-Daten der Analyseplattform Dune erhoben wurden und im Gegensatz zu Polymarket nur eine Seite jedes Handels abbilden.
Bots dominieren das untere Marktsegment
Joshua Della Vedova, Wirtschaftsprofessor an der University of San Diego, untersuchte das Verhalten automatisierter Handelsprogramme auf der Plattform. Er definierte Bots als Wallets, die mehr als 50 Trades pro Tag oder mehr als 1.000 Trades insgesamt durchführen. Sein Befund ist eindeutig: In Märkten mit einem Volumen unter 10.000 US-Dollar stammen mehr als 80 Prozent des Handelsvolumens von Bots. Im dünnsten Marktsegment verdienten diese Bots nach seiner Schätzung rund 1,2 Millionen US-Dollar. Deutlich profitabler waren jedoch die größeren Märkte. Im Segment zwischen einer Million und zehn Millionen US-Dollar erzielten Bots einen Gewinn von etwa 50,5 Millionen US-Dollar, was 38 Prozent des gesamten Bot-Gewinns entspricht. Märkte über zehn Millionen US-Dollar trugen weitere 35,1 Millionen US-Dollar bei.
„Sie verdienen in allen Märkten Geld“, sagte Della Vedova. „Bots verdienen pro Transaktion und bevorzugen daher den Handel in größeren Märkten, aber sie handeln über das gesamte Spektrum.“
FIFA-Weltmeisterschaft treibt Gesamtvolumen auf Rekordwerte
Das strukturelle Ungleichgewicht steht im Kontrast zu den Wachstumszahlen, die die Branche derzeit meldet. Ausgelöst durch die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 schnellte das wöchentliche Volumen auf den führenden Prediction-Market-Plattformen von 65 Millionen US-Dollar in der Woche vom 1. Juni auf 5,4 Milliarden US-Dollar bis zum 29. Juni, wie Daten von CryptoRank zeigen. Den Höchststand erreichte das Volumen in der Woche vom 22. Juni mit 5,6 Milliarden US-Dollar. Kalshi führte diesen Anstieg an und demonstrierte damit, wie Großsportereignisse die Nachfrage nach Prognose-Handel rasch ankurbeln können.
Einordnung: Konzentration als strukturelles Merkmal
Die Analyse bestätigt ein bekanntes Muster aus anderen Finanzmärkten: Liquidität konzentriert sich auf wenige prominente Kontrakte, während ein langer Schwanz kleinerer Märkte kaum Aktivität aufweist. Für Polymarket und ähnliche Plattformen stellt sich damit die Frage, ob breite Marktvielfalt oder die Fokussierung auf handelbare Schlüsselereignisse langfristig das tragfähigere Modell darstellt. Krypto news zufolge haben sich weder Polymarket noch Kalshi bislang zu den Ergebnissen der Analyse geäußert.



