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Alphabets KI-Chip-Überraschung belebt Bullen-Szenario für angeschlagene Halbleiterwerte

Was steckt hinter dem Frozen-v2-Chip?

Der neue Chip verfolgt einen ungewöhnlichen Ansatz. Teile des Gemini-Modells werden direkt in das Silizium eingebettet, wodurch weniger Daten intern bewegt werden müssen. Das senkt den Energieverbrauch pro generiertem Token deutlich. Google-Ingenieure gehen davon aus, dass Frozen v2 sechs bis zehnmal mehr Token pro Watteinheit liefern kann als die aktuellen Tensor Processing Units (TPUs). Zum Vergleich: Googles siebte TPU-Generation namens Ironwood verdoppelte lediglich die Leistung pro Watt gegenüber ihrem Vorgänger.

Allerdings gibt es Einschränkungen. Der Chip funktioniert nur mit künftigen Gemini-Modellen, sofern Google das grundlegende Designkonzept beibehält. Der geplante Marktstart ist für 2028 vorgesehen. Frozen v2 soll die seit 2016 gebauten TPUs ergänzen, nicht ersetzen.

Warum Google den Chip dringend braucht

Hinter der Chip-Entwicklung steckt auch ein handfester Engpass. Ein Mangel an Rechenkapazität hat Google Cloud offenbar dazu gezwungen, Kundenaufträge abzulehnen. Um die Lücke zu überbrücken, schloss Google vergangenen Monat einen Vertrag mit SpaceX über nahezu eine Milliarde US-Dollar monatlich. Auch Amazon, Microsoft und Meta entwickeln eigene KI-Chips, was den Wettbewerbsdruck weiter erhöht.

Halbleitersektor nach starkem Kursrückgang unter Beobachtung

Die positive Reaktion auf die Chip-Meldung fiel in eine schwierige Phase für den gesamten Sektor. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) verlor in der Vorwoche 8,9 Prozent, die schlechteste Wochenbilanz seit April 2025, als er 15 Prozent eingebüßt hatte. Der Philadelphia SE Semiconductor Index (SOX) fiel um knapp zehn Prozent. Als Auslöser gilt unter anderem das chinesische KI-Modell Kimi K3 von Moonshot AI, das Befürchtungen vor einem Überangebot an KI-Lösungen schürte. Hinzu kamen Gewinnmitnahmen großer Fonds bei Nvidia-Aktien.

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Banken sehen Einstiegschance

Mehrere Investmentbanken bewerten den Rücksetzer dennoch als Kaufgelegenheit:

  • Morgan Stanley: Analyst Joseph Moore bezeichnete den Rückgang bei Memory-Aktien als attraktiven Einstiegspunkt und favorisiert Nvidia sowie Broadcom.
  • Mizuho: Analyst Vijay Rakesh erklärte, es gebe noch viel Potenzial, da KI-Investitionsausgaben und Gigawatt-Installationen weit über 2028 hinaus steigen und die Halbleiternachfrage bei gleichzeitigem Angebotsdefizit treiben würden.
  • JPMorgan: Strategist Mislav Matejka erwartet eine baldige Rückkehr der Käufer, da neues Chipangebot erst ab 2028 verfügbar sein dürfte.
  • Evercore: Mark Lipacis sieht hingegen zunächst noch weiteres Abwärtspotenzial von zehn bis 15 Prozent. Seine Daten zeigen jedoch, dass der SOX nach ähnlichen Korrekturen innerhalb von 20 Wochen typischerweise um 36 Prozent zulegt.

Earnings im Fokus

Alle Augen richten sich nun auf Alphabets Quartalsergebnisse am Mittwoch. Der Markt wird genau beobachten, ob der Konzern seine ambitionierten Chip-Pläne mit entsprechend hohen Investitionsausgaben unterlegt. Der Kursanstieg am Montag erholte sich dabei auch von einem merklichen Rückgang, den die Alphabet-Aktie vor dem Quartalsbericht verzeichnet hatte.

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