Bitcoin bei 1 Million Dollar? Ledger-Mitgründer warnt vor den Folgen

Bitcoin als Versicherung, nicht als Spekulationsobjekt
Larchevêque beschreibt Bitcoin nicht als Werkzeug für schnelle Gewinne, sondern als letztes Absicherungsmittel in einer instabilen Welt. Seine These: In einem stabilen, funktionierenden System hätte Bitcoin kaum Bedeutung. Sein Wert wachse erst dann, wenn Staaten scheitern, Währungen kollabieren und Bürger ihr Vermögen vor Kapitalkontrollen, Revolutionen oder Kriegen schützen müssen. „Ich denke, es wäre eine Welt mit sehr viel Leid“, sagte er, als er gefragt wurde, wie eine Welt mit einem Bitcoin-Preis von einer Million oder sogar zehn Millionen Dollar aussehen würde.
Als konkreten Hintergrund nennt Larchevêque die Verschuldung westlicher Staaten. Die USA hätten inzwischen Schulden von mehr als 39 Billionen Dollar angehäuft, ein neuer Rekord. Solche Schuldenlasten könnten letztlich in einem Währungsversagen enden. Zugleich betont er, dass die Bedeutung von Bitcoin stark vom Kontext abhänge. Für jemanden im Iran könne die Kryptowährung ein lebensnotwendiges Werkzeug sein. Für einen gut situierten Sparer in Frankreich wirke sie dagegen oft abstrakt.
Sieben-stellige Kursziele: Optimismus versus Warnung
Larchevêque steht mit seiner Preisprognose nicht allein. Andere bekannte Marktbeobachter teilen das Kursziel, begründen es aber ganz anders. Matthew Sigel, Researchleiter bei VanEck, bezeichnete eine Million Dollar als konservatives Basisszenario innerhalb von etwa fünf Jahren, getrieben durch wachsende Akzeptanz und das auf 21 Millionen Einheiten begrenzte Angebot. Samson Mow von Jan3 erwartet sogar eine plötzliche Angebotskrise, die er als „Omega Candle“ bezeichnet, einen einzigen Handelstag mit einem Sprung über 100.000 Dollar. Michael Saylor und das Investmenthaus ARK Invest verweisen ebenfalls auf die Knappheit des Angebots und institutionelle Nachfrage als Treiber langfristiger Kursziele bis 2030.
Larchevêque teilt die Überzeugung, dass Bitcoin langfristig stark steigen wird, und zitiert dabei selbst Saylor. Er sagt: „Ich teile die gleiche Vision wie Michael Saylor, dass Bitcoin das beste Asset ist, das es global und historisch gesehen gibt. Und dass es in Zukunft eine sehr gute Wette sein wird.“ Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Interpretation. Während Optimisten einen siebenstelligen Kurs als Bestätigung des Erfolgs werten, betrachtet Larchevêque ihn als Symptom eines globalen Systemversagens.
Persönliche Konsequenzen: Fast gesamtes Vermögen in Bitcoin
Der Ledger-Mitgründer setzt seine Überzeugung konsequent um. Nahezu sein gesamtes liquides Nettovermögen halte er in Bitcoin, jedoch nicht aus Gewinnstreben, sondern als Schutzmaßnahme. Gleichzeitig betont er ausdrücklich, dass seine Aussagen keine Anlageberatung darstellen. Zum Zeitpunkt des Artikels notierte Bitcoin knapp unterhalb von 63.000 Dollar. Bis zur Marke von einer Million Dollar wäre ein Anstieg um etwa das 16-fache notwendig.



