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Bitcoin fällt auf tiefsten Stand seit Oktober 2024 – Bärenmarkt im 8. Monat

Rückgang von über 50 Prozent seit dem Allzeithoch

Der aktuelle Kursverfall entspricht einem Rückgang von rund 52 Prozent gegenüber dem im Oktober 2025 erreichten Allzeithoch von 126.080 US-Dollar. Damit befinden sich Anleger, die zum Höchststand eingestiegen sind, tief im Verlustbereich. Zwischenzeitlich hat sich der Bitcoin-Kurs wieder über die Marke von 60.000 US-Dollar erholt, doch die übergeordnete Tendenz bleibt vorerst negativ.

ETF-Abflüsse belasten den Markt strukturell

Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die anhaltenden Mittelabflüsse aus Spot-Bitcoin-ETFs. Allein in der laufenden Woche flossen laut Daten von SoSoValue 182 Millionen US-Dollar aus diesen Produkten ab. Es wäre damit die siebte Woche in Folge mit Netto-Abflüssen. Das verwaltete Vermögen der Fonds ist von rund 113 Milliarden US-Dollar zum Jahresende 2025 auf nunmehr 77,5 Milliarden US-Dollar gesunken.

Die Mechanik dahinter ist direkt: Steigen Anleger aus ETF-Positionen aus, müssen die Emittenten die zugrunde liegenden Bitcoin sofort verkaufen. Das erhöht das Angebot an einem Markt, dem es ohnehin an institutioneller Nachfrage mangelt.

Kapitalrotation und stockende Gesetzgebung

Am Mittwoch positionierten sich Investoren zudem vor den nachbörslichen Quartalsergebnissen von Micron Technology neu. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 floss Kapital verstärkt in Richtung KI-Aktien, Börsengänge und Prognosemärkte, was die für Bitcoin verfügbare Liquidität weiter einschränkte.

Auch regulatorische Rückenwind blieben bislang aus. Der sogenannte CLARITY Act, das zentrale Gesetzgebungsvorhaben zur Schaffung eines Rechtsrahmens für Kryptomärkte in den USA, muss in rund fünf Wochen eine wichtige Verfahrenshürde nehmen, bevor der Kongress in die Sommerpause geht. Scheitert das, würde die Abstimmung in den Herbst verschoben und ein möglicher positiver Kursimpuls entfiele in einem ohnehin schwachen Marktumfeld.

Siehe auch  Wachsendes Interesse an Bitcoin: Warum Bildung die Zukunft sichert

Institutionelle Basis dämpft die Volatilität

Trotz der trüben Marktlage gibt es einen Faktor, der die Lage im Vergleich zu früheren Kryptowinterperioden abmildert. Sam Callahan, Direktor für Bitcoin-Strategie und -Research bei OranjeBTC, erklärte gegenüber CNBC, dass die gewachsene institutionelle Investorenbasis die Kursausschläge strukturell begrenze.

„People say this was the worst bull market and the best bear market. What that’s really saying is that bitcoin’s not as volatile as it was in previous bear markets because of the investor base: it’s larger, it’s more liquid, it’s not so much a smaller retail-held asset“, so Callahan.

Ob dieser institutionelle Boden standhält, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie ETF-Zuflüsse auf das starke Abschneiden von Micron reagieren und ob die von Analysten identifizierten Bodensignale bei Bitcoin tatsächlich zu nachhaltigem Kaufinteresse führen.

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