Bitcoin- und Ethereum-ETFs nach 8 Wochen wieder im Plus: Reagiert der Kurs?

Acht Wochen Abflüsse beendet
Laut Daten von SoSoValue zogen Bitcoin-ETFs in der betreffenden Woche netto 197,40 Millionen US-Dollar an, während Ethereum-ETFs Zuflüsse von 84,42 Millionen US-Dollar verzeichneten. Die Phase der Abflüsse war besonders belastend: Bei Bitcoin-ETFs hatten die Rückgaben in der Woche zum 26. Juni mit 1,79 Milliarden US-Dollar ihren Höhepunkt erreicht. Bei Ethereum-Fonds flossen in derselben Woche 273,34 Millionen US-Dollar ab. Die gleichzeitige Erholung beider Produktkategorien markiert eine klare Zäsur nach zwei Monaten des Kapitalentzugs.
Mit den jüngsten Zuflüssen stiegen die Nettovermögen der Bitcoin-ETFs auf 77,42 Milliarden US-Dollar, während die Ethereum-ETFs ein verwaltetes Vermögen von 9,59 Milliarden US-Dollar erreichten. Bereits am 2. Juli hatte der Bitcoin-ETF-Markt erste Signale einer Erholung gezeigt, als an diesem einzelnen Tag 221,72 Millionen US-Dollar zuflossen und damit ein zehntägiger Abflussstreifen unterbrochen wurde.
Preiserholung und makroökonomischer Rückenwind
Die Trendwende bei den ETF-Zuflüssen fiel zeitlich mit einer breiteren Preiserholung bei Bitcoin zusammen. Als Auslöser gilt unter anderem eine Aussage von US-Notenbankchef Kevin Warsh, wonach die Inflationsrisiken zurückgegangen seien. Ein schwacher US-Arbeitsmarktbericht verstärkte die Aufwärtsbewegung zusätzlich. Solche makroökonomischen Signale beeinflussen zunehmend die Risikobereitschaft institutioneller Investoren, die über regulierte ETF-Produkte am Kryptomarkt teilnehmen.
Geopolitische Risiken bleiben ein Unsicherheitsfaktor
Trotz der positiven Wochenbilanz zeigten sich die täglichen Zuflüsse weiterhin volatil. So verzeichneten Bitcoin-ETFs am 9. Juli Abflüsse von 95,30 Millionen US-Dollar und am 8. Juli von 84,86 Millionen US-Dollar. Als Auslöser galten US-Angriffe auf den Iran, die die Risikoaversion an den Märkten kurzfristig erhöhten.
US-Präsident Donald Trump erklärte zwar, die USA und der Iran hätten sich auf eine Fortsetzung der Gespräche geeinigt, erklärte jedoch gleichzeitig den im Vormonat vereinbarten Waffenstillstand für beendet. Die Lage im Nahen Osten gilt damit als zentraler geopolitischer Risikofaktor für die weitere Entwicklung der Kryptomärkte in den kommenden Tagen.
Ausblick: Nachhaltigkeit der Erholung offen
Ob die positive Wochenbilanz den Beginn eines stabilen Zufluss-Trends markiert, bleibt ungewiss. Die Entwicklung hängt sowohl von der weiteren geldpolitischen Kommunikation der US-Notenbank als auch von der geopolitischen Lage ab. Institutionelle Anleger nutzen Bitcoin- und Ethereum-ETFs als regulierten Zugang zum Kryptomarkt. Anhaltende Unsicherheiten in beiden Bereichen könnten die Zuflüsse erneut unter Druck setzen, während eine Entspannung weiteres Kapital anziehen dürfte.



