Standard Chartered hält BTC-Call für 500K, während Trump China-Risiko nennt

Trump nennt China als zentrales Argument
Trump begründete seine Unterstützung für Bitcoin mit strategischen Überlegungen gegenüber China. „Und Bitcoin, niemand versteht, wie mächtig es ist. Die Kapitalflüsse, niemand versteht, wie mächtig sie sind“, sagte Trump. Seinen „Hauptgrund“ für die Unterstützung formulierte er knapp: „Wenn wir es nicht haben, wird China es haben.“ Die Aussage verleiht der pro-Krypto-Haltung des Weißen Hauses einen sicherheitspolitischen Rahmen, der schwerer zurückzunehmen ist als eine rein marktbasierte Unterstützung. China unterhält seit 2021 eines der weltweit strengsten Verbote für Krypto-Handel und Krypto-Mining und entwickelt gleichzeitig eine eigene digitale Zentralbankwährung.
Kendricks Kursziel und die bisherigen Fehlprognosen
Kendrick veröffentlichte das 500.000-Dollar-Ziel erstmals im Februar 2025 in einem CNBC-Auftritt. Damals formulierte er es so: „Das sollte das mittelfristige Aufwärtspotenzial erhöhen, was für mich Bitcoin bis auf 200.000 Dollar in diesem Jahr und 500.000 Dollar bedeutet, bevor Trump sein Amt verlässt.“ Dieses Zwischenziel wurde verfehlt. Bitcoin erreichte im Oktober 2025 ein Allzeithoch von 126.198 US-Dollar und liegt aktuell rund 49 Prozent darunter. Trotz dieser Abweichung haben Standard Chartered und Kendrick ihre Prognose nicht zurückgezogen. Für Ende 2026 erwartet Kendrick einen Kurs von 100.000 US-Dollar, das 500.000-Dollar-Ziel bleibt für den Zeitraum bis zum Ende von Trumps Amtszeit bestehen.
Strukturelle Argumente statt kurzfristiger Kurswetten
Die Bank stützt ihre Prognose auf drei wesentliche Faktoren. Erstens soll das regulatorische Umfeld unter der Trump-Regierung institutionellen Investoren mehr Sicherheit und Zugang bieten. Zweitens ermöglichen Spot-ETFs breitere institutionelle Beteiligung. Drittens verweisen die Analysten auf das begrenzte Angebot von Bitcoin als strukturelle Knappheit. Kendrick und sein Team betonen, diese Fundamentalargumente seien durch kurzfristige Kursschwankungen nicht entkräftet. Der aktuelle Kursrückgang wird auf geopolitische Unsicherheiten und makroökonomischen Gegenwind zurückgeführt.
Skepsis anderer Analysten
Nicht alle Marktbeobachter teilen die Überzeugung von Standard Chartered. Einige externe Analysten halten ein dauerhaftes Kursniveau im niedrigen bis mittleren sechsstelligen Bereich über einen längeren Zeitraum für ein realistischeres Basisszenario. Sie schließen auch weiteres Abwärtspotenzial nicht aus, bevor eine nachhaltige Erholung einsetzen könnte. Der weite Abstand zwischen dem aktuellen Kurs und dem 500.000-Dollar-Ziel macht die kurzfristigen Zwischenetappen zum ersten Belastungstest für die Prognose der Bank.



