Brent-Rohölpreis steigt um 11%, während Trump die Straße von Hormus kontrollieren will

Militärische Eskalation treibt Ölpreis in die Höhe
US-Streitkräfte griffen am Wochenende hunderte Ziele im Iran an, gefolgt von weiteren Schlägen am Sonntag. Das US-Zentralkommando erklärte, die Angriffe sollten Irans Fähigkeit schwächen, Schiffe in der Straße von Hormus anzugreifen. Teheran antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Einrichtungen am Persischen Golf. Iran erklärte die Meerenge erneut für geschlossen und warnte Schiffe davor, außerhalb der genehmigten Routen zu fahren.
Washington eskalierte die Lage weiter mit dem Plan, die direkte Kontrolle über die Straße von Hormus zu übernehmen. Der Korridor ist im Friedensbetrieb für etwa ein Fünftel des weltweiten Ölhandels verantwortlich. Schifffahrtsdaten zeigen, dass die Auseinandersetzung die Versorgungsrouten bereits erheblich beeinträchtigt. In einem zwölfstündigen Zeitfenster am Sonntag passierten lediglich neun Schiffe die Meerenge, verglichen mit rund 130 täglichen Durchfahrten vor Beginn des Krieges.
Marktreaktionen: Öl profitiert, Aktienmärkte geraten unter Druck
Während Öl zum Hauptnutznießer der Risikoneubepreisung wurde, reagierten die Aktienmärkte deutlich negativer. Der japanische Aktienmarkt hat binnen drei Wochen bereits 82 Billionen Yen an Wert verloren. Der Nikkei 225 fiel am Montag um fast 2 Prozent. Auch südkoreanische Aktien setzten ihren von Halbleiteraktien getriebenen Rückgang fort.
Technische Analyse: RSI-Ausbruch nach drei Ablehnungen
Aus charttechnischer Sicht sendet der Relative-Stärke-Index (RSI) für Brent-Rohöl ein bedeutsames Signal. Der Tages-RSI notiert nun nahe 55 und damit wieder oberhalb der neutralen 50-Linie. Eine fallende Widerstandslinie hatte seit dem RSI-Hoch von fast 90 Anfang März jeden Erholungsversuch gedeckelt. Verkäufer verteidigten diese Linie zweimal im Mai, nahe 64 und 58, sowie einmal im Juni nahe 46. Nachdem der Momentum-Indikator Ende Juni nahe 27 einen Boden ausgebildet hatte, gelang Anfang Juli der Durchbruch durch den Trendlinienwiderstand.
Kursziel: 90 bis 92 US-Dollar im Fokus
Zwischen Februar und Mai handelte Brent innerhalb eines großen symmetrischen Dreiecks. Der Kurs brach Ende Mai nach unten aus diesem Muster aus und fiel bis Anfang Juli in die Unterstützungszone bei 71 bis 73 US-Dollar. Diese Zone hielt stand. Käufer bildeten dort über zwei Wochen eine Basis. Am Montag eröffnete Brent nahe 78 US-Dollar und erreichte ein Tageshoch von 83,54 US-Dollar.
Der nächste technische Widerstand liegt bei 90 bis 92 US-Dollar. Diese Zone diente im April und Anfang Juni als Dreiecksunterstützung und fungiert nun als Bestätigungsbereich des früheren Ausbruchs nach unten. Eine Ablehnung dort könnte die bärische Struktur bestätigen und den Preis zurück in Richtung 71 bis 73 US-Dollar drücken. Ein Tagesschluss über 92 US-Dollar hingegen würde den Ausbruch ungültig machen und den bullischen Ausblick aus dem Jahresbeginn wiederherstellen. Ob die Zone den aktuellen Anstieg begrenzt, wird entscheiden, ob der Kurssprung vom Montag eine echte Trendwende oder lediglich ein weiteres tieferes Hoch darstellt.



