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CryptoQuants MicroStrategy-Warnung kam zwei Wochen zu spät

Was CryptoQuant kritisiert

In seinem Bericht vom 23. Juni beschreibt CryptoQuant eine deutlich verschlechterte Finanzlage bei MicroStrategy. Die annualisierten Dividendenverpflichtungen des Unternehmens haben sich demnach auf 1,2 Milliarden US-Dollar für 2026 nahezu vervierfacht. Gleichzeitig ist die Dollar-Reserve, die als Puffer für diese Zahlungen dient, im selben Zeitraum um 38 Prozent gesunken.

Besonders auffällig ist die Entwicklung beim bevorzugten Wertpapier STRC, einer variabel verzinsten Vorzugsaktie, die MicroStrategy als stabiles Instrument nahe 100 US-Dollar vermarktet. Zuletzt fiel der Kurs auf ein Rekordtief von 82,50 US-Dollar, rund 17,5 Prozent unter dem Nennwert. Durch diesen Rückgang schrumpfte die Dividendendeckung laut CryptoQuant von mehr als sieben Jahren auf etwa 14 Monate. Analyst Julio Moreno fasst es so zusammen: „Die strategische Priorität des Unternehmens sollte darin bestehen, Bitcoin-Käufe zu pausieren und die Kassenreserve wieder aufzubauen.“

Eine Lösung über Bitcoin-Verkäufe hält CryptoQuant für kontraproduktiv. Das Unternehmen sitzt derzeit auf einem unrealisierten Verlust von 10,6 Milliarden US-Dollar, da Bitcoin aktuell deutlich unter dem durchschnittlichen Einstandspreis von rund 75.000 US-Dollar gehandelt wird.

MicroStrategy hatte bereits umgesteuert

Die wöchentlichen Kaufmeldungen von MicroStrategy zeigen, dass der Schwenk früher einsetzte als die CryptoQuant-Warnung. In der Woche ab dem 22. Juni erwarb das Unternehmen lediglich 520 Bitcoin für rund 35 Millionen US-Dollar. Gleichzeitig sammelte es 335,5 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Stammaktien ein und leitete davon 300 Millionen in die Reserve um, wodurch diese auf 1,4 Milliarden US-Dollar stieg. Auch in der Vorwoche hatte MicroStrategy zwar 1.587 Bitcoin gekauft, aber den Großteil der Erlöse ebenfalls in liquide Mittel gelenkt. Über beide Wochen zusammen verkaufte das Unternehmen deutlich mehr Aktien, als es für Bitcoin ausgab.

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MicroStrategy selbst begründet den Aufbau der Kassenreserve mit dem Schutz der Kreditqualität seiner bevorzugten Wertpapiere. Das markiert eine spürbare Abkehr vom bisherigen Kurs, der auf konsequentes Bitcoin-Kaufen ausgerichtet war.

Die eigentliche Frage: Reicht das Tempo?

Bitcoin notierte zuletzt bei rund 62.534 US-Dollar, ein Tagesrückgang von etwa 2,5 Prozent. Das Treasury von MicroStrategy bleibt damit rechnerisch unter Wasser. CryptoQuant sieht eine Zielmarke von rund 2,8 Milliarden US-Dollar in der Reserve als notwendig an, was einer Deckung von 24 Monaten entspricht, damit sich STRC erholen kann. Mit derzeit 1,4 Milliarden US-Dollar ist das Unternehmen erst auf halbem Weg.

MicroStrategy ist dabei nicht gezwungen, Bitcoin zu verkaufen. Es kann stattdessen die Dividende von 11,5 Prozent anheben oder weitere MSTR-Aktien ausgeben, beides sind Instrumente, die bereits genutzt wurden. Die entscheidende Frage lautet daher nicht mehr, ob die Reserve aufgebaut wird, sondern ob MicroStrategy dies schnell genug schafft, um STRC zu stabilisieren. Die nächste Kaufmeldung wird zeigen, ob Barmittel weiterhin Vorrang vor Bitcoin haben.

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