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Großbanken bestehen Fed-Stresstest mit 708-Milliarden-Dollar-Verlustszenario

Was der Fed-Stresstest misst

Die Grundlage für diese jährliche Prüfung liefert der Dodd-Frank Act. Das US-Parlament hatte die Tests nach der Finanzkrise 2008 gesetzlich vorgeschrieben, um sicherzustellen, dass systemrelevante Banken auch in extremen wirtschaftlichen Lagen handlungsfähig bleiben und die Kreditversorgung aufrechterhalten können. Erfasst werden alle Institute mit einem Vermögen von mindestens 100 Milliarden US-Dollar. In diesem Jahr zählten unter anderem JPMorgan Chase, Bank of America, Citigroup, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley zu den geprüften Häusern.

Das Krisenszenario im Detail

Das hypothetische Szenario entsprach in seiner Schwere dem des Vorjahres. Konkret wurde angenommen, dass die Arbeitslosigkeit auf 10 Prozent steigt, die Preise für Gewerbeimmobilien um 39 Prozent einbrechen und Wohnimmobilien 30 Prozent an Wert verlieren. Die wirtschaftliche Leistung schrumpfte im Modell um 4,6 Prozent. Die Aktienmärkte verzeichneten einen Rückgang von 58 Prozent, was die Verluste bei Unternehmenskrediten zusätzlich verschärfte.

Wo die Verluste entstanden

Den größten Anteil an den projizierten Verlusten trugen Kreditkartengeschäfte mit rund 200 Milliarden US-Dollar. Gewerbe- und Industriekredite kamen auf etwa 160 Milliarden US-Dollar, Gewerbeimmobilienkredite auf rund 75 Milliarden US-Dollar. Zwei Faktoren belasteten das Kapital besonders: höhere Kreditverluste durch größere Bestände und strengere Annahmen sowie geringere unrealisierte Wertpapiergewinne infolge kleinerer modellierter Zinsrückgänge. Dem entgegen wirkte ein höheres Zinseinkommen. Stärkere aktuelle Bankgewinne und kleinere modellierte Zinssenkungen hoben das projizierte Kapital an und kompensierten die beiden negativen Faktoren mehr als vollständig.

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Gesamtkapital bleibt deutlich über dem Mindestlevel

In der Summe sank das aggregierte Kapital der geprüften Banken lediglich um 1,6 Prozentpunkte, von 12,8 Prozent auf 11,2 Prozent. Damit lagen alle Institute weiterhin klar über den regulatorischen Mindestanforderungen. Michelle Bowman, die stellvertretende Vorsitzende der Fed für Aufsichtsfragen, bewertete das Ergebnis als Beleg für die Stabilität des Finanzsystems. „Die heutigen Ergebnisse unterstreichen die Stärke des Bankensystems. Während wir daran arbeiten, die Transparenz und Rechenschaftspflicht des Stresstests zu erhöhen, wird das öffentliche Feedback uns helfen, ihn weiter zu verbessern und das Vertrauen in den Stresstest und seine Ergebnisse zu stärken“, erklärte Bowman.

Keine unmittelbaren Folgen für Kapitalanforderungen

Die aktuellen Ergebnisse haben keine direkten Auswirkungen auf die bestehenden Kapitalanforderungen der Banken. Die gegenwärtigen Niveaus bleiben zunächst gültig. Erst 2027 sollen überarbeitete Verlustmodelle in Kraft treten, in die auch öffentliches Feedback eingeflossen sein wird. Für die Kryptomärkte sind solche Stresstests insofern relevant, als die Stabilität des traditionellen Bankensystems eine zentrale Rahmenbedingung für das Vertrauen in alle Finanzmärkte darstellt.

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